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Der neue Flucht-Rucksack

29.3.2011: Die Rucksack-Liste
Neu 18.4.2011: Zwischenbericht

18.3.2011:
Angesichts der erschreckenden Nachrichten und Bilder von der Erdbeben-Tsunami-Atom-Katastrophe in Japan wurde mir klar, dass mein alter Fluchtrucksack dringend einer Überarbeitung bedarf.

Wie ich damals schon geschrieben hatte (Drei-Tage-Fluchtrucksack), hatte ich alte Ausrüstungsgegenstände zusammengepackt, um überhaupt einen Fluchtrucksack zu haben. Der ist zwar besser als gar nichts, aber wenn ich mir jetzt vorstelle, damit in einer Krisensituation unterwegs sein zu müssen, behagt mir das nicht besonders.

Also wird es Zeit für einen neuen Fluchtrucksack.

Für diesen Fluchtrucksack will ich fast alles neu anschaffen, in brauchbarer bis guter Qualität.

An meinen Überlegungen, Planungen und der Durchführung lasse ich euch teilhaben. Das soll als Inspiration für eure eigenen Fluchtrucksäcke dienen.

Aufgabe des Fluchtrucksacks

Der Fluchtrucksack soll dazu dienen, dass ich halbwegs passabel ausgestattet bin, falls ich in einer Krisensituation plötzlich mein Haus verlassen muss.

Dabei soll er mich möglichst für drei Tage mit Notfall-Nahrung versorgen.

Auch mit Kleidern, Schlafgelegenheit, Geld und dergleichen soll mich der Rucksack ausstatten. Und das bei Bedarf auch etwas länger als drei Tage.

Ferner schweben mir auch ein extra Fluchthandy, Geld und Papiere vor.

Allerdings soll der Rucksack nicht dafür gedacht sein, in der Wildnis zu leben. Ich denke eher an eine Flucht in ein Hotel, Ferienhaus, Notunterkunft oder Campingplatz. Es soll also kein Weltuntergangs-Rucksack werden, sondern ein Rucksack für eine lokal begrenzte Krisensituation.

Wichtig ist, dass ich ihn mir schnell schnappen kann, wenn kurzfristig eine Evakuierung ansteht.

Ich will den Rucksack über kurze Strecken auf dem Rücken tragen können, er soll sich aber auch auf ebener Strecke wie ein Rollkoffer ziehen lassen.

Mögliche Flucht-Gründe

Zunächst frage ich mich: Was könnten mögliche Gründe für eine Flucht sein?

Atom-Gau

Nur etwa 12 Kilometer von meinem Haus entfernt steht ein Atomkraftwerk, das als Pannenreaktor bekannt ist.

Zudem ist der Oberrhein-Graben eine Erdbebengegend, wenn auch schwächer als Japan. Im nahen Basel hat es mal mit der Stärke 7 gebebt.

Das hiesige Kernkraftwerk steht, wie üblich, am Fluss, und zwar am Rheinkanal. Das kann zwar keinen Riesen-Tsunami wie in Japan geben, aber bei einem stärkeren Erdbeben könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das Wasser ordentlich schwappt.

Eine Atom-Katastrophe wie in Japan ist also nicht völlig ausgeschlossen.

Auch ohne Erdbeben könnte das Atomkraftwerk hochgehen. Wie man bei Tschernobyl gesehen hat, reicht ja eine missratene Übung aus, um das Debakel zu verursachen.

Sobald Evakuierungen im Umkreis von 20 km stattfinden, sind wir hiervon betroffen. Das kann geschehen, selbst wenn wir hier dank Westwind gar keine Radioaktivität abkriegen sollten.

Erdbeben

Ein Erdbeben könnte theoretisch auch unser Haus zerstören.

Zwar halte ich es nicht für sehr wahrscheinlich, dass ein Erdbeben hier so schwere Schäden verursacht, aber es ist nicht ganz ausgeschlossen.

Überschwemmung

Früher war hier ein ausgeprägtes Überschwemmungsgebiet.

Inzwischen hat sich der Rhein zwar mehrere Meter tief in den Boden eingegraben und das Grundwasser ist entsprechend abgesunken.

Die Überschwemmungswahrscheinlichkeit ist also stark gesunken, selbst wenn der Rhein Hochwasser führt.

Aber falls der große Damm des Rheinkanals kaputt geht, ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass wir hier nasse Füße bekommen.

Fluchtwahrscheinlichkeit

Auch wenn hier reale Bedrohungsszenarios möglich sind, halte ich es für nicht sehr wahrscheinlich, dass ich in eine Situation gerate, in der wir hier evakuiert werden müssen.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit vielleicht bei unter 1% liegt.

Das ist eine ganz andere Dimension als beispielsweise an der Küste der USA, wo die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man wegen eines Hurricans fliehen muss. Auch in den Ländern am pazifischen Feuerring ist die Gefahr recht hoch, dass man wegen eines starken Erdbebens fliehen muss.

Meinen Fluchtrucksack werde ich also wahrscheinlich niemals brauchen. Daher werde ich wohl auch weniger Geld und Mühe in ihn investieren, als wenn ich in einer Hurrican-Gegend oder starken Erdbeben-Gegend leben würde.

Nicht abgedeckte Fluchtgründe

Mein geplanter Fluchtrucksack wird nicht für alle denkbaren Fluchtsituationen geeignet sein.

Falls die Zivilisation zusammenbricht, sei es wegen Krieg, Meteoriteneinschlag, Supervulkan oder dergleichen, wird mich der Fluchtrucksack nur sehr notdürftig versorgen können.

Wenn es keinen Platz mehr gibt, wo man hinfliehen kann, braucht man eine ganz andere Ausrüstung. Siehe dazu meine früheren Überlegungen für den Rucksack für die Dauerflucht.

Der geplante Fluchtrucksack wird zu schwer sein, um weite Strecken damit wandern zu können. Das geplante Zelt wird außerdem viel zu poplig sein, um länger darin zu leben. Das sind nur zwei Aspekte, die deutlich machen sollen, dass der neue Fluchtrucksack nicht für alle Situationen geeignet sein kann.

Wer sich, wie ich, Gedanken über einen Fluchtrucksack macht, sollte sich überlegen, welche potentiellen Gefahren drohen und wie wahrscheinlich diese sind. Außerdem sollte man sich bewusst machen, wo die Grenzen des Rucksacks liegen.

Transportmittel zur Flucht

Für die eventuelle Flucht stelle ich mir weniger vor, dass ich hunderte von Kilometern wandere. Zwar übe ich das Wandern in meiner Freizeit, aber für eine Wanderflucht würde ich mir einen kleinen, leichten Rucksack zusammenstellen. Vielleicht mache ich das irgendwann auch noch mal, zusätzlich zum großen Fluchtrucksack.

Statt einer weiten Wanderung denke ich eher an eine Flucht per Auto, Zug oder Bus.

Wenn wir mit dem eigenen Auto unterwegs wären, würden wir nach Möglichkeit natürlich noch mehr mitnehmen als jeder einen Rucksack. Der Rucksack würde dann quasi die Grundausstattung darstellen, die von anderem Gepäck ergänzt würde. Aber falls die Flucht ganz eilig wäre, bleibt vielleicht auch nur die Zeit, um sich schnell den vorbereiteten Rucksack zu schnappen.

Für eine Fahrrad-Flucht müsste ich den Rucksack wohl zügig in meine Satteltaschen umpacken. Die liegen immerhin direkt neben meinem Platz für Fluchtrucksäcke.

Fluchtziel

Als imaginäres Fluchtziel schwebt mir zunächst ein Hotel und dann eine Ferienwohnung vor, beides in sicherer Entfernung, aber möglichst nah gelegen.

Eventuell ist auch zunächst ein Besuch bei Verwandten denkbar.

Auch einen Camping-Aufenthalt könnte ich mir vorstellen, wenn es nicht zu kalt ist.

Weniger gut würde mir eine dieser Notunterkünfte gefallen, die man immer wieder im Fernsehen sieht. Solche Unterkünfte sind zwar wichtig und nötig, aber lieber lege ich mir eine gewisse Geldmenge bereit, um mir etwas anderes leisten zu können.

Am besten wäre natürlich eine eigene Ferienhütte, zu der man im Notfall fliehen kann. Das ist aber Zukunftsmusik und daher erst einmal uninteressant.

Falls eine Dauerflucht nötig werden sollte, weil unser Haus dauerhaft verseucht wäre, müsste ich mir natürlich woanders ein neuees Leben aufbauen. Für diesen Fall sollte der Rucksack eine Art Grundlage bieten können, beispielsweise durch eingescannte Dokumente auf USB-Stick usw.

Teuer oder billig?

Wie bei den meisten Anschaffungen für Survival-Ausgaben stellt sich mal wieder die Frage, wie viel will ich in den Fluchtrucksack investieren?

Da dieser neue Fluchtrucksack eine Verbesserung gegenüber dem alten darstellen soll, will ich relativ gute, neuwertige Ausrüstungsgegenstände anschaffen.

Da ich aber nicht sehr wahrscheinlich mit einer Flucht rechne und auch nicht dauerhaft auf der Flucht bleiben will, will ich auch kein Vermögen in den Rucksack investieren.

Es soll also eine Art Mittelklasse-Fluchtrucksack werden.

Spezielle Teile werde ich wohl beim Outdoorhandel kaufen.

Bei einfachen Wanderklamotten greife ich teilweise wohl auch auf die sommerlichen Angebote der Discounter zurück. Meistens habe ich mit solchen Klamotten bisher recht gute Erfahrungen gemacht.

Kernstück: der Rucksack

Der eigentliche Rucksack soll sich deutlich von meinem bisherigen alten Wanderrucksack unterscheiden.

Mir schwebt ein Rucksack-Rollkoffer vor, wie schon oben erwähnt.

Mit solch einem Rucksack kann man wahlweise kurze Strecken tragen oder auf glatten Strecken ziehen.

Auch als Gepäckstück im Auto, Zug oder Bus wäre so ein reisetaschen-koffer-artiges Ding wohl besser als ein klassischer Wander-Rucksack, bei dem immer das Tragegestell rumhängt.

Solch einen Rucksack werde ich mir wohl bei meiner nächsten Fahrt in die Stadt kaufen oder bei einem Outdoor-Online-Shop bestellen, falls ich in der Stadt keinen guten finde.

Bis dahin habe ich bestimmt auch schon ausgetüftelt, was ich sonst so alles mitnehmen will.

Wie geht es weiter?

Bis der neue Fluchtrucksack komplett ist, werden bestimmt einige Monate vergehen.

Folgende Etappen sind in etwa geplant:

Sobald sich etwas Neues tut, werde ich wieder davon berichten.



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