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Survival in der Finanzkrise

26.10.2008:

Von allen Seiten stürmen zur Zeit immer neue Katastrophenmeldungen aus der Finanzwelt auf uns ein.

Die Börsen stürzen Woche für Woche immer tiefer, Banken gehen pleite oder brauchen Staatsgelder und inzwischen greift die Krise auch schon auf andere Branchen über.

Manche glauben gar, die Welt steht kurz vor dem Untergang, andere meinen, dass sie nichts mit der Finanzkrise zu tun haben, weil sie keine Aktien besitzen.

Beide Extreme halte ich für Fehlinterpretationen der Weltsituation und potentiell fatal, wenn man sich darauf versteift. In diesem Artikel will ich die Ursachen und potentiellen Folgen der Finanzkrise beleuchten und erörtern, wie man am besten damit umgeht.

Ursachen für die Finanzkrise

Über die Ursachen der aktuellen Finanzkrise wurde schon viel geschrieben. Meistens mit recht vernünftigen Ansichten, teilweise liest man aber auch hahnebüchenen Unsinn.

Diese Finanzkrise ist weder das Werk gezielt handelnder Weltverschwörer, noch ist sie mysteriös und völlig unverständlich.

Wer sich schon länger mit potentiellen künftigen Krisen beschäftigt, hat die Finanzkrise seit einigen Jahren kommen sehen, weil sich die Kreditblasen in den USA immer mehr aufgebläht haben.

Unklar war lange Zeit nur, wann die Blase platzt und wie schlimm es dann kommt.

Seit 2007 und noch mehr seit dem Herbst 2008 erleben wir die Ereignisse Tag für Tag und werden Zeuge eines historischen Finanzdebakels, ähnlich wie der Börsencrash 1929.

Nun zur Ursache der jetzigen Krise:

Luxusleben auf Pump

Ende des letzten Jahrtausends dachten sich amerikanische Politiker, dass es nützlich wäre, die Wirtschaft anzukurbeln. Jeder Amerikaner sollte in die Lage versetzt werden, sich ein eigenes Haus leisten zu können. Die Wirtschaft sollte brummen und jährlich stolze Wachstumsraten aufweisen.

Zu diesem Zweck wurden die Leitzinsen der us-amerikanischen Notenbank Fed gesenkt. So konnte man billig Kredite aufnehmen.

Das Vorhaben klappte prima: Die Banken vergaben jede Menge billige Kredite und sogar Hilfsarbeiter konnten sich Häuser, schnelle Autos und riesige Fernseher kaufen.

Nahezu alle Ausgaben liefen auf Pump.

Durch die zahlreichen Häuserkäufe stiegen die Immobilienpreise, sodass der Hauswert den Wert des Kredites bald deutlich überschritt. Die Hausbesitzer konnten sich bald ein grösseres oder gar zusätzliches Haus leisten.

Auch die Banker verdienten prächtig an den zahlreichen Krediten.

Wer die Weltgeschichte verfolgt, dem war klar, dass dieser exzessive Konsum auf Pump nicht unbegrenzt lange gutgehen konnte. Doch den meisten Amerikanern war wohl nicht bewusst, dass sie auf einem brodelnden Vulkan tanzten. Sie nannten ihren verschwenderischen Lebensstil voller Überzeugung den "American way of life".

Manche Länder, wie beispielsweise Island, eifertem dem kreditfinanzierten Lebensstil der Amerikaner nach. In den meisten anderen Ländern lebten die Menschen jedoch bescheidener und sparten lieber einen Teil ihres Geldes.

Die amerikanischen Banker waren mit der einfachen Vergabe von Krediten jedoch nicht zufrieden, sondern liessen sich noch so einiges einfallen, um das von ihnen bewegte Geld zu vermehren.

Kredite wurden gebündelt und an andere Banken weiterverkauft.

Obwohl viele der Kreditnehmer arme Schlucker waren, wurden diese Kreditpakete von den sogenannten Ratingagenturen als gut und zuverlässig eingestuft. Daher griffen auch seriöse Banken zu und kauften massenhaft solche Kreditpakete als vermeintlich sichere, profitable Geldanlage.

Hier kommen unter anderem auch deutsche Banken ins Spiel, denn auch sie kauften jede Menge Kreditpakete und dachten, sie machen ein lukratives Geschäft.

Ähnlich lief das Ganze auch mit amerikanischen Kreditkartenschulden und anderen finanziellen Verpflichtungen.

Hinzu kommen diverse Finanzderivate wie Carry-Trades, um noch billigere Zinsen zu bekommen, und komplizierte Kreditabsicherungs-Scheine namens Credit Default Swaps (CDS), die von Fachleuten als Massenvernichtungswaffen der Finanzwelt bezeichnet werden.

All das funktionierte mehrere Jahre lang prima und alle Beteiligten machten gute Geschäfte.

Platzen der Blase

Irgendwann jedoch wurde der amerikanischen Notenbank die ausufernde Inflation unheimlich und daher wurden die Leitzinsen erhöht.

Die monatlichen Raten der Häuslebesitzer stiegen an, sodass viele nicht mehr regelmässig zahlen konnten.

Hinzu kam, dass der hohe Ölpreis die Familienfinanzen zusätzlich belastete, denn in Amerika muss fast jeder täglich sehr viel mit dem Auto fahren und es gibt kaum Alternativen dazu.

Immer mehr Kredite platzten und aus vermeintlich sicheren Kreditpaketen wurden echte Verlustbringer.

Die Kredite waren eben nicht so "prima", wie sie angepriesen wurden, sondern deutlich unterhalb von prima, weshalb die Krise auch den Namen "Subprime-Krise" trägt.

Nun begann das Fallen der Dominosteine. Das war schon 2007, also ein Jahr bevor es richtig schlimm wurde.

In Europa hörten wird von der Verstaatlichung mehrerer Hypothekenbanken in den USA.

Auch hierzulande litten einige Banken, tragischerweise vor allem Banken mit Staatsbeteiligung, von denen man eigentlich eine besonders grosse Seriösität erwartet, z.B. IKB und mehrere Landesbanken. Ansonsten war die Krise jedoch weit weg.

Die Aktienkurse an der Börse fielen erwartungsgemäss ein Stück, doch nach einer Weile stiegen sie wieder und viele Menschen dachten schon, dass die Krise schon zu Ende war.

Doch sie hatte noch nicht einmal richtig begonnen.

Erst im Herbst 2008 begann der nächste wichtige Akt der Finanzkrise.

Einigen amerikanischen Banken drohte Zahlungsunfähigkeit, sodass sie staatliche Hilfen brauchten oder von Konkurrenten übernommen wurden.

Schliesslich ging mit Lehmann Brothers die drittgrösste amerikanische Bank pleite.

Sie fand weder einen Käufer, noch wurde sie vom Staat aufgefangen.

Dies hatte dramatische Kurseinbrüche an den Börsen zu Folge.

Fast alle Banken wurden ins Chaos gestürzt. Besonders schlimm für die Banken war (und ist immer noch) die Kreditklemme. Das bedeutet, dass sich die Banken untereinander kein Geld mehr leihen, weil sie das Vertrauen ineinander verloren haben.

Ohne ständiges Kredite hin und her leihen, sind Banken jedoch nahezu handlungsunfähig.

Auch Wirtschaftsunternehmen erhalten nur noch schwierig Kredite, sodass auch ihre Arbeit beeinträchtigt ist.

Nahezu wirkungslose Rettungspakete

Obwohl die Regierungen gigantische Rettungspakete für die Banken schnüren, bei denen sie zig Milliarden direkt in die Banken pumpen und für hunderte von Milliarden bürgen, nimmt die Talfahrt an den Börsen kein Ende.

Offenbar hat die Finanzwelt kein grosses Vertrauen in die Massnahmen der Regierungen.

Wielange es noch bergab geht, wie tief die Aktien stürzen und welche Folgen die Krise für den gesamte Wirtschaft hat, bietet Anlass für reichlich Spekulationen.

Wie geht es weiter?

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weitergeht mit der Finanzkrise und der Wirtschaft.

Die Meinungen dazu gehen auseinander und auch ich kann leider nicht in die Zukunft sehen.

Einig sind sich zur Zeit jedoch die Meisten, dass die Krise noch nicht zu Ende ist.

Es gibt auch einige Informationen, die Hinweise darauf liefern, wie lange die Krise möglicherweise noch andauern könnte.

Offene Kreditkartenschulden

Ziemlich bekannt ist inzwischen, dass noch etwa 1 Billion Kreditkartenschulden in den USA darauf warten, bezahlt zu werden.

Man muss wohl davon ausgehen, dass ein grosser Teil dieser Schulden nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden kann. Auch diese Kreditkartenschulden wurden gebündelt und weiterverkauft, sodass Banken ind Investoren weltweit in dieses Problem verwickelt sind.

Die Kreditkartenproblematik kann sich nahtlos an die Subprime-Krise der Hypothekenschulden anschliessen.

Weitere offene Schulden

In den USA sind jede Menge weiterer Schulden offen.

Man muss wohl von ungefähr 30 Billionen Dollar Schulden ausgehen, die bei amerikanischen Privatpersonen und Firmen offen sind.

Vielleicht ein Drittel davon kann zuverlässig zurückgezahlt werden.

Ein weiteres Drittel kann wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden und bei dem letzten Drittel ist es unklar, ob es bezahlt werden kann oder nicht.

In den nächsten Jahren muss man also mit 10 bis 20 Billionen Dollar rechnen, die allein in den USA nicht zurückbezahlt werden können.

Das ist eine unglaubliche Geldsumme. Die gesamte Staatsverschuldung Deutschlands liegt bei etwa 1,4 Billionen, was schon als enorm viel und belastend empfunden wird.

20 Billionen lesen sich ausgeschrieben so: 20.000.000.000.000 US-Dollar.

Das Fälligwerden der verschiedenen amerikanischen Schulden liegt wohl zwischen 2009 und 2012.

Die Banken werden also noch bis 2012 mit zahlreichen ausfallenden Schulden zu kämpfen haben.

Und hierbei ging es bisher nur um direkte amerikanische Schulden. Weltweit geht es etwa um 60 Billionen, die in den nächsten Jahren glattgestellt werden müssen.

Krise bis mindestens 2012

Natürlich ist es unklar, wie die Banken mit diesen künftigen Belastungen klar kommen werden. Leicht wird es für sie aber bestimmt nicht.

Daher rechne ich mit Problemen bis mindestens 2012.

Absturz der Börse

Ausser der Dauer der Krise ist natürlich auch interessant, wie tief der DAX und der DowJones und mit ihnen die Aktien wohl noch fallen werden.

Ähnlich wie manche Börsenspezialisten (z.B. Mr. Dax Dirk Müller) könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der DAX unter die 1000 Punkte Grenze fällt.

Selbst beim DowJones könnte ich mir ähnlich tiefe Abstürze vorstellen.

Dabei schliesse ich auch Zwischenerholungen nicht aus, auf die dann erst die besonders tiefen Abstürze folgen.

Ob es aber wirklich so kommt, kann ich nicht voraussagen. Es hängt auch ganz viel davon ab, wie die Regierungen handeln.

Weltwirtschaftskrise

Heftig wird diskutiert, ob uns eine Rezession erwartet.

Manche befürchten sogar eine Depression oder etwa eine richtige Weltwirtschaftskrise.

Ob es zur Weltwirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit und viel Armut kommt, hängt wohl stark davon ab, wie unsere weltweiten Politiker mit der Krise umgehen.

Die Weltwirtschaftskrise hängt wohl in der Luft, aber ich halte sie noch nicht für unausweichlich.

Parallellen zur Weltwirtschaftskrise von 1929

Die Parallelen zur Weltwirtschaftskrise von 1929 sind erstaunlich ausgeprägt, aber es gibt auch deutliche Unterschiede zu damals.

Daher ist es noch lange nicht klar, ob sich die Situation so wie damals entwickeln wird.

Der Hauptunterschied ist wohl, dass wir heute auf damals zurückblicken können. Daher kann man aus den damaligen Fehlern möglicherweise lernen.

In Deutschland wurde beispielsweise streng gespart, um die Staatschulden gering zu halten. Die Frustration der Menschen mit gekürzten Gehältern und Sozialbezügen war damals so gross, dass einem deutlichen Rechtsruck mit dem bekannten schrecklichen Folgen Tür und Tor geöffnet wurde.

In den USA wurde mit dem New Deal viel für eine Konjunkturerholung getan. Das sorgte zwar für hohe Staatsschulden, half der Wirtschaft aber auch relativ schnell wieder auf die Beine. Dennoch dauerte die Krise auch in den USA bis weit in die 30er Jahre hinein.

Vermutlich werden sich die heutigen Politiker sehr ausgiebig mit der damaligen Weltwirtschaftkrise beschäftigen, bevor sie weitreichende Entscheidungen fällen - zumindest hoffe ich das.

Dollar-Kurs

Obwohl die Krise von den USA ausging, steigt der Dollar erstaunlicherweise dramatisch im Wert.

Manch einem mag das sehr obskur erscheinen, und andere mutmassen, dass die europäischen Rettungpakete wohl schlechter seien als die amerikanischen.

Doch es hat ganz einfache Gründe, warum der Dollar so sehr an Wert gewinnt. Diese Gründe haben nichts damit zu tun, dass die USA etwa besser dastehen würden als Europa.

Vereinfacht gesagt, müssen sehr viele Schulden in Dollar zurückgezahlt werden.

Daher werden Dollar gebraucht, um zahlen zu können.

Zahllose Investoren und Schuldner kaufen also Dollar, um ihre offenen Posten glattstellen zu können. Das gilt sowohl für Amerikaner, die im Ausland investiert haben, als auch für Ausländer, die in den USA Schulden gemacht haben.

Das sich Ausländer in den USA verschuldet haben, liegt vor allem an den dortigen niedrigen Zinsen.

Wenn man sich bei Krediten Zinsvorteile durch Kredite im Ausland verschafft, nennt man das "Carry Trade".

Von solchen Carry Trades sind ausser dem Dollar auch der Japanische Yen und der Schweizer Franken betroffen.

Bei allen dreien kann man einen deutlichen Anstieg der Wechselkurse beobachten.

Der starke Dollar-Kurs hat also nichts mit einer Stärke der Amerikaner zu tun, sondern hängt in erster Linie mit dem Zinsgefälle zusammen.

Sobald die offenen Beträge erst einmal ausgeglichen sind, wird der Dollarkurs vermutlich wieder deutlich fallen.

Möglicherweise wird auch von den Regierungen der Industrieländer an den Kursen der Währungen zueinander gearbeitet, sodass der Dollar-Kurs gezielt beeinflusst wird.

Bretton-Woods 2

Überall hört und liest man jetzt davon, dass ein zweites Bretton Woods angestrebt wird.

Doch was hat es damit auf sich?

Bei dem Bretton-Woods-System handelt es sich um eine Währungsvereinabrung, die 1944 getroffen wurde und die bis 1973 Bestand hatte.

1944 trafen sich in dem kleinen Ort Bretton Woods (USA) Vertreter von 44 Staaten und vereinbarten ein neues System zur Regulierung der Währungen.

Der US-Dollar wurde zur offiziellen Leitwährung. Er war durch Goldbestände hinterlegt.

Die Währungen anderer Länder hatten einen festen Wechselkurs zum Dollar.

Im Laufe der Jahre konnte die Goldhinterlegung des Dollar nicht mehr aufrecht erhalten werden. 1973 wurden auch die festen Wechselkurse aufgegeben.

Wenn jetzt ein zweites Bretton Woods gefordert wird, geht es wohl in erster Linie um den Wunsch nach einem neu geordneten Währungssystem.

Ob das auch mit einer Goldstützung verbunden sein wird, ist unklar.

Unklar ist auch, ob es eine Leitwährung und feste Wechselkurse geben soll.

Verhandlungen zu dieser Thematik sollen voraussichtlich im November 2008 beginnen.

Gold als Krisenwährung

Viele Menschen sind von Gold als bestem Anlagegut in Krisenzeiten überzeugt.

Daher gibt es in Zeiten, in denen sich Unheil für die persönlichen Finanzen anbahnt, meistens einen grossen Run auf Gold.

So ist es auch zur Zeit: Viele Kleinanleger trauen weder ihren bisherigen Aktien noch einem Bankkonto und wollen daher Goldmünzen und kleine Goldbarren kaufen.

Doch die Prägeanstalten kommen mit dem Prägen der kleinen Barren und der Münzen nicht nach, so dass es lange Wartezeiten für kleine Goldstücke gibt.

Zur Zeit sieht man jedoch auch die andere Seite der Goldanlage.

Wenn die schlechten Zeiten erst einmal angebrochen sind, verfällt der Wert des Goldes rapide.

Das betrifft zur Zeit die reichen Investoren.

Sie müssen ihre grossen Goldmengen verkaufen, um ihre offenen Investitionsposten glattstellen zu können, d.h. sie brauchen Geld.

Der Goldpreis fällt also seit kurzer Zeit ganz erheblich, obwohl der Run auf die Münzen so gross ist.

Manch ein Kleinanleger hat in den wenigen Wochen seit er seine Goldmünzen hat, schon 30% seiner Investition eingebüsst, weil der Goldpreis so schnell gefallen ist.

Zu Gold als Anlagemöglichkeit kann man sich folgendes merken:

Als Investition in guten Zeiten ist Gold meistens nicht sehr gut geeignet.

Die Rendite ist im allgemeinen ziemlich schlecht. Allerdings hat Gold meistens auch keinen grossen Wertverfall, es stellt also etwas Beständiges dar.

Wenn man ein grösseres Vermögen über eine längere Krise mit Währungsverfall retten will, ist Gold durchaus geeignet.

Dazu sollte man vor der Krise das Gold kaufen und es dann unangetastet bis nach der Krise ruhen lassen. Dadurch ist das Vermögen häufig besser geschützt als in Form von Aktien oder Bankguthaben.

Zur Nutzung innerhalb einer Krise ist Gold jedoch nur bedingt geeignet.

Zwar kennt fast jeder die Geschichten, wie in den Hungerjahren nach dem Krieg der goldene Ehering dafür sorgte, dass man ein paar Kartoffeln zu essen bekam.

Aber genau da liegt auch das Problem des Goldes in schweren Krisenzeiten: Es verliert unglaublich an wert.

Für ein paar Kartoffeln, die vorher vielleicht nur einen Euro gekostet haben, muss man in schlechten Zeiten den Familienschmuck opfern.

Das gute Geschäft macht hierbei nicht der Goldbesitzer, sondern eher der Kartoffelbesitzer.

Wenn man in einer Krise zahlungsfähig bleiben will, ist es vielleicht sinnvoller, sich mit Dingen einzudecken, die in extremen Krisenzeiten nützlich und begehrt sind (siehe dazu die Vorratslisten), oder man wird selber Bauer, wenn einem die Landwirtschaft liegt.

Bei Gold sollte man auch bedenken, dass Jahr für Jahr neues Gold gefördert wird. Nur ein geringer Teil geht verloren oder wird verbraucht, sodass die gesamte verfügbare Goldmenge immer mehr ansteigt. Dieses Ansteigen der Goldmenge steht einer dauerhaften starken Wertsteigerung des Goldes im Wege.

Erdöl

Viele Anhänger der Peakoil-Theorie werden mit Erstaunen den Verfall des Ölpreises zur Kenntnis nehmen.

Manche hatten sogar geglaubt, dass die Finanzkrise eine Folge der nachlassenden Erdölförderung sei.

Dass jetzt der Ölpreis so stark in sich zusammenfällt, passt da nicht ganz ins Weltbild.

Dabei ist eigentlich alles ganz logisch, wenn man nicht glaubt, dass alles Ungemach der Welt mit einer einzigen Ursache zusammenhängt.

Der hohe Ölpreis hat insofern zur Finanzkrise beigetragen, dass viele amerikanische Hausbesitzer durch die hohen Spritkosten noch mehr in finanzielle Engpässe geraten sind, als sie schon durch die erhöhten Zinsen waren.

Das Platzen der Blase wurde also durchaus durch den hohen Ölpreis beschleunigt.

Dass jetzt der Ölpreis sinkt, ist eigentlich auch ganz logisch.

Der Ölpreis entsteht schliesslich nicht nur durch die absolute Förderungsmenge, sondern vor allem auch dadurch, wieviel Öl gebraucht wird.

Da jetzt die Wirtschaft schrumpft, schrumpft auch der Ölbedarf.

Plötzlich ist reichlich Öl verfügbar und der Preis sinkt schlagartig.

Erstaunlich ist höchstens, wie drastisch der Preis verfällt. Schliesslich ist die Wirtschaft nicht auf die Hälfte geschrumpft, der Ölpreis aber schon.

Daran sieht man, welch starke Hebelkräfte eine Verknappung bzw. ein Überangebot bewirken kann.

Nebenebi sollte vielleicht noch angemerkt werden, dass der aktuelle Ölpreis (62$/Barrel) zu niedrig ist, um in Russland Öl zu fördern. Solange der Ölpreis so niedrig ist, fällt Russland als Erdöllieferant möglicherweise aus.

Völlig offen ist es, wie sich der Ölpreis und die Ölförderung in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Man kann wohl davon ausgehen, dass der Ölpreis relativ gering bleibt, solange die Wirtschaft darbt. Wenn sie sich jedoch eines Tages erholt, werden die Folgen von Peakoil schlagartig spürbar.

Das könnte der gesamten Weltwirtschaft dann einen weiteren schweren Schlag versetzen, der sie für viele weitere Jahre lahm legt.

Günstig wäre es wohl, wenn die jetzige Geldknappheit genutzt wird, um nach und nach die Möglichkeiten zu verbessern, mit weniger Energie auszukommen. Das könnte man beispielsweise durch Fahrräder, billige Spar-Autos, sparsame Kühlschränke und dergleichen erreichen.

Was tun als Kleinanleger?

Natürlich fragt man sich als Kleinanleger, was man tun kann, um durch die Finanzkrise möglichst wenig zu verlieren oder gar an ihr zu gewinnen.

Die Antwort darauf hängt ganz stark von der individuellen Situation ab, darum kann man kaum allgemeinverbindliche Vorschläge machen.

Bestimmt ist es nicht schlecht gewesen, wenn man schon vor Monaten seine Aktien zu Geld gemacht und das Geld mit festen Zinsen gut verfügbar angelegt hat.

Doch ob man Akiten, die man jetzt noch hält, noch verkaufen soll, oder besser auf bessere Zeiten warten soll, ist individuell sehr unterschiedlich. Wenn man das Geld bald braucht, sollte man wohl zügig verkaufen, aber wenn man die Situation aussitzen kann, ist vielleicht das die bessere Wahl.

Gut ist sicherlich auch ein gewisses Bargeld-Polster, das man zu Hause aufbewahrt.

So hat man immer Bargeld zur Hand, selbst wenn die eigene Hausbank pleite gehen sollte.

Sicherlich ist es gut, die Situation im Auge zu behalten. Dann ist man rechtzeitig informiert, wenn es Zeit wird, neue Aktien zu kaufen. Auch falls man sich möglicherweise auf eine Währungsreform einstellen muss, was imemr das auch bringen soll, ist man rechtzeitig informiert.

Was tun als armer Schlucker?

Als Habenichts ist man zunächst nicht so direkt von der Finanzkrise betroffen, denn man hat schliesslich keine Aktien, die an Wert verlieren könnten.

Vermutlich wird sich die deutsche Regierung auch grosse Mühe geben, staatliche Unterstützungen für Arme, z.B. Hartz IV, Kindergeld usw. nicht zu kürzen. Eine Kürzung solcher Gelder hatte bei der Weltwirtschaftskrise von 1929 nämlich fatale Folgen. Das werden die Politiker vermeiden wollen.

Es ist jedoch offen, ob es ihnen auch gelingt. Wenn dem Staat Zahlungsunfähigkeit drohen sollte, kann er die Sozialleistungen auch mit viel gutem Willen nicht in vollem Masse aufrecht erhalten.

Zumal man wohl mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen muss.

Nach meiner Einschätzung werden es auch die Tafeln in den nächsten Jahren nicht leicht haben, genug Lebensmittelspenden zu erhalten, um die wachsende Schar der Bedürftigen versorgen zu können.

Wahrscheinlich wird das Leben für arme Menschen noch erheblich schwieriger als es jetzt schon ist.

Auch rechne ich mit erheblich mehr Armen, weil die Schere von Arm und Reich immer mehr auseinandergeht. Die Mittelschicht löst sich mehr und mehr auf und die meisten von ihnen werden arm.

Wer arm ist oder arm zu werden droht, tut meiner Meinung nach also gut daran, wenn er lernt, mit wenig Geld möglichst gut auszukommen.

Dazu gehören kluges wirtschaften beim Einkauf, Abbau von Fixkosten und von teuren Hobbies, z.B. Rauchen.

Hilfreich ist es wohl, ein Lebenskünstler zu werden, der auch mit geringen Mitteln zufrieden leben kann.


Diese Seite wird im Verlauf der Ereignisse angepasst werden.




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