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Pandemie

Immer wieder geistert das Thema "Pandemie" durch die Medien.

Im April 2009 ist die Pandemiegefahr besonders akut geworden, weil in Mexiko eine Schweinegrippe ausgebrochen ist, die von mensch zu Mensch übertragen wird.

Was ist überhaupt eine Pandemie?

Eine Pandemie ist eine Epidemie einer ansteckenden Krankheit, die sich nicht nur auf ein Land oder eine Region beschränkt, sondern die weltweit auftritt.

AIDS tritt beispielsweise schon seit den achtziger Jahren als Pandemie auf. Auch die Pest im Mittelalter war eine schlimme Pandemie.

Wenn in letzter Zeit (2005) von einer Pandemie gesprochen wird, ist damit jedoch meistens eine Grippe-Pandemie gemeint.

Was ist an einer Grippe-Pandemie so schlimm?

Als Laie fragt man sich, warum wegen einer simplen Grippe soviel Theater gemacht wird. Schliesslich ist Grippe jedes Jahr überall weit verbreitet, vor allem im Winter.

Grippe und grippaler Infekt

Doch meist werden die echte Grippe (= Influenza), eine schwere Erkrankung mit hohem Fieber und der banale grippale Infekt (auch: Erkältung) in einen Topf geworfen. Bei diesen beiden Erkrankungen gibt es aber nicht nur unterschiedliche Krankheitserreger, auch der Verlauf ist unterschiedlich schwer. An der echten Grippe sterben jedes Jahr viele Menschen, vor allem Alte und chronisch Kranke.

Hier gibts mehr Infos über den Unterschied zwischen Grippe und grippalem Infekt: Gesund.org: Grippe.

Pandemie-Grippe

Wenn die echte Influenza-Grippe schon schlimm ist, so trifft dies auf eine Pandemie-Grippe in verstärktem Masse zu.

An die jeweils jährlich wiederkehrende Grippe hat sich das Immunsystem des Menschen gewöhnt und kann daher auch einigermassen damit klarkommen. Ein Grossteil der Bevölkerung ist immun und daher verbreitet sich die Infektion nicht so stark.

Weil die Influenza-Viren jedoch dazu neigen, sich zu verändern, man spricht von Mutation, gibt es immer mal wieder einen neuen Typus für den noch keine Immunität besteht. Daher verbreitet er sich schnell in grossen Teilen der Bevölkerung und ist in den ersten Jahren seiner Existenz meistens sehr aggressiv. Die Erkrankten werden besonders schwer krank und es gibt viele Todesfälle.

Da sich eine solche neue Influenza-Grippe so stark verbreitet, macht sie sich innerhalb kurzer Zeit in fast der ganzen Welt breit.

Eine Pandemie bricht aus.

Frühere Grippe-Pandemien

Eine Grippe-Pandemie ist nicht irgendein nie dagewesenes Hirngespinst ängstlicher Hypochonder, sondern es gab immer wieder Grippe-Pandemien.

Schon im Mittelalter gab es weltweite Ausbrüche der Grippe. Im zwanzigsten Jahrhundert gab es drei Grippe-Pandemien.

Der schlimmste Ausbruch fand 1918/1919 statt, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Bei dieser Pandemie starben zwischen 20 und 40 Millionen Menschen weltweit, mehr als im Krieg gestorben sind. Entsprechend ihrer Herkunft wird diese Pandemie auch "spanische Grippe" genannt.

1957 folgte dann die "asiatische Grippe" und 1968 die "Hongkong Grippe", die jeweils etwa 1 Million Todesopfer forderten.

Schwerer Verlauf bei jungen Menschen

Bei einigen Grippe-Pandemien, z.B. bei der spanischen Grippe 1918, war auffällig, dass vor allem junge Erwachsene erkrankten und starben.

Das ist insofern verwunderlich, weil bei der normalen Grippe vor allem alte Menschen und kleine Kinder betroffen und gefährdet sind.

Inzwischen hat man herausgefunden, dass die jungen Menschen bei der spanischen Grippe nicht an den Wirkungen des Viruses und einem für den Virus zu schwachen Immunsystem gestorben sind, sondern daran, dass ihr Immunsystem zu heftig auf die Viren reagiert hat.

Das überaktive Immunsystem hat einen sogenannten Zytokinsturm ausgelöst. Damit wollte es die Grippe bekämpfen, hat aber stattdessen den Tod des Erkrankten bewirkt.

Zytokine sind Proteine, die vom menschlichen Immunsystem hergestellt werden. Das bekannteste Zytokin ist das Interferon, auch von Interleukin hört man immer mal wieder. Normalerweise sind diese Zytokine sehr nützliche Substanzen, die dem Körper bei der Heilung von Infektionen und sogar Krebs helfen.

Aber wenn zu schnell zu viele dieser Zytokine ausgeschüttet werden, kommt der Körper nicht mehr damit klar. Es ist wie eine heftige allergische Reaktion, wie ein anaphylaktischer Schock. Natürlich ist ein Zytokinsturm aufgrund einer Pandemie-Grippe etwas ganz anderes als ein anaphylaktisher Schock beispielsweise durch Bienenstich-Allergie. Aber vom Grundprinzip her betrachtet, sind sie durchaus vergleichbar.

Das Immunsystem von älteren und schwächeren Menschen ist nicht mehr sehr reaktionsfreudig, sodass es weniger leicht zu einem Zytokinsturm kommen kann. Da wird der Nachteil, der sonst zu häufigeren Infektioenn führt, zu einem lebensrettenden Vorteil.

Bei jungen Menschen reagiert das Immunsystem heftig auf den bisher unbekannten Virus. Die Reaktion fällt so heftig aus, dass es zu dem potentiell tödlichen Zytokinsturm kommt.

Anders als bei einer normalen Grippe kann es bei einer solchen Pandemiegrippe also nicht das Ziel sein, das Immunsystem der Menschen zu stärken, sondern es muss eher gebremst werden.

Vogelgrippe

Eine Familie der Influenza-Viren, die Viren vom Typ A, kommt sowohl in Vögeln als auch in Säugetieren und Menschen vor. Meistens sind es unterschiedliche Vertreter dieser Familie, doch unter bestimmten Umständen können die Viren von einer Spezies zur anderen überspringen.

In den letzten Jahren hat sich bei Vögeln in Asien ein sehr gefährlicher Virus namens H5N1 ausgebreitet, der Geflügel in grossen Stückzahlen schnell tötet. Wenn ein Influenza-Virus vorwiegend Vögel befällt spricht man von Vogelgrippe oder Geflügelpest. In Asien wurden schon Millionen von Geflügeltieren getötet, um die Ausbreitung dieser Krankheit zu verlangsamen.

2005:
Kürzlich sind auch Vogelgrippe-Fälle in Russland, sogar im Ural aufgetreten. Durch Wandervögel kann sich der Virus bis nach Europa ausbreiten.

In einigen Fällen sind auch Menschen an diesem Grippevirus erkrankt und zu einem hohen Prozentsatz daran gestorben (30-50% der Erkrankten). In fast allen beobachteten Fällen haben sich diese Menschen jedoch direkt bei den Vögeln angesteckt. In wenigen Fällen befürchtet man eine Übertragung von Mensch zu Mensch, aber diese Fälle sind bisher unklar. (Stand August 2005)

Sobald sich das Virus soweit verändert, dass es oft von Mensch zu Mensch überspringt, besteht die Gefahr einer Pandemie für Menschen.

Kombination zwischen Vogel- und Menschengrippe

Wenn ein Mensch, oder auch ein Schwein oder Affe, gleichzeitig an einem menschlichen Influenza-Typ (z.B. H1N1) und der Vogelgrippe erkrankt ist, kann es passieren, dass sich die beiden Viren mischen und ein neuer Grippevirus entsteht.

So ein neuer Grippevirus könnte sich so leicht verbreiten, wie die Menschengrippe und so tödlich sein wie die Vogelgrippe.

Dann wäre eine gefährliche Pandemie kaum noch zu verhindern.

Virenforscher befürchten die Entstehung eines solchen Mischvirus schon seit Jahren und beobachten die Verbreitung der Vogelgrippe in Asien mit Argusaugen. Die WHO ist schon längere Zeit alarmiert und unternimmt grosse Anstrengungen, eine Pandemie zu verhindern.

Bei der schrecklichen spanischen Grippe vermutet man, dass sie auch aus einem Geflügel- und einem Menschenvirus entstanden ist. Auch bei den anderen beiden Pandemieviren (1957 und 1968) ist dies möglicherweise der Fall.

Schutz vor Grippe

Impfung

Gegen bereits bekannte Influenza-Viren kann man sich impfen lassen.

Eine solche Impfung verhindert zwar nicht zu 100% eine Grippe-Erkrankung, aber wenn die Grippe doch ausbricht, verläuft sie meistens schwächer.

Alten Menschen, Ärzten, Krankenschwestern und anderen Leuten, die viel Kontakt zu Menschen haben, wird generell empfohlen, sich jeden Herbst gegen die aktuell zu erwartende Grippe impfen zu lassen.

Ein Impfstoff gegen den Vogelgrippe-Virus H5N1 ist zur Zeit in Arbeit. In den USA scheint ein solcher Impfstoff im August 2005 bereits gelungen zu sein. Von einer Massenproduktion für die gesamte Menschheit ist man jedoch noch weit entfernt.

Wenn ein neuer Virus entsteht, der eine Pandemie auslöst, dauert es etwa ein halbes Jahr, bis ein geeigneter Impfstoff entwickelt ist. Bis er für alle verfügbar ist, dauert es jedoch sehr viel länger.

Auch wenn eine Impfung gegen die Menschengrippe nicht gegen den Vogelgrippe-Erreger schützt, verhindert sie doch, dass sich ein Mensch mit beiden Erregern infiziert und dadurch zu einer möglichen Brutstätte für den neuen Pandemie-Erreger wird. Daher macht es durchaus Sinn, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

Regelmässige Grippeschutzimpfungen können übrigens möglicherweise einen generellen Schutz gegen Grippe aufbauen, sodass sie auch bei einer neuen Grippevariante einen gewissen Schutz bedeuten. Solch ein Schutz wäre zwar nicht so stark wie bei einer zum Virus passenden Impfung, könnten jedoch den Verlauf deutlich abmildern. Das könnte eventuell den Unterschied zwischen Tod und Leben bedeuten. Insofern können wiederholte Grippe-Schutzimpfungen durchaus nützlich sein, über die Nützlichkeit gegen die jeweils aktuelle Grippewelle hinaus.

Neuraminidasehemmer

Den Ausbruch einer Grippe kann auch eine neuartige Gruppe von Medikamenten verhindern. Es handelt sich um die sogenannten Neuraminidasehemmer. Das sind Stoffe, die, vereinfacht gesagt, verhindern, dass die Neuraminidase, ein Teil des Grippevirus, sich an den menschlichen Zellen andocken kann.

Zur Zeit gibt es zwei verschiedene Wirkstoffe, die dazu in der Lage sind:

Oseltamivir (Produkt: Tamiflu) und Zanamivir (Produkt: Relenza).

Diese Medikamente wirken nur, wenn man sie vor Ausbruch der Grippe einnimmt oder ganz am Anfang der Erkrankung. Sie verhindern dann den Ausbruch bzw. lindern den Verlauf.

Ein Heilmittel im üblichen Sinne sind sie nicht.

Neuraminidase-Hemmer sind verschreibungspflichtig und werden von den Krankenkassen nicht zur Vorbeugung erstattet.

Wenn man sich mit Neuraminidase-Hemmern ausstatten will, um im Fall der Fälle besser vor der Grippe geschützt zu sein, muss man also zunächst einen Arzt davon überzeugen, dass man diesen vorbeugenden Schutz braucht. Die meisten Ärzte sehen das nicht ein und sind oft auch so davon geblendet, dass die Mittel nicht von der Kasse bezahlt werden, dass sie eine Verschreibung der Mittel ablehnen. Wenn man als Privatpatient auftritt und erkennbar genügend Fachwissen mitbringt, um dem Arzt klarzumachen, dass man den Unterschied zwischen einer Influenza und einem grippalen Infekt erkennen kann (plötzlicher Beginn, schwerer Verlauf), dann gelingt es einem möglicherweise, dass der Arzt solch ein Medikament vorbeugend verschreibt.

Eine Packung mit 10 Kapseln Tamiflu kostet beispielsweise etwa 35 Euro und reicht für eine Person bei einmaliger Ansteckungsgefahr.

Manche Grippeviren sind jedoch immun gegen Neuraminidase-Hemmer, sodass man selbst bei Vorhandensein von Neuraminidase-Hemmern nicht ganz sicher sein kann, dass man von einer Pandemie-Grippe verschont bleibt.

Schutzmasken - Atemschutzfilter

Ein wichtiges Mittel zum Schutz gegen eine Infektion stellen Masken dar, die man sich über Mund und Nase bindet.

Einfache Masken, wie man sie auch für staubige Handwerksarbeiten verwendet, oder solche, die man als Besucher auf Intensivstationen benutzt, können die kleinen Grippeviren jedoch nicht ausreichend abhalten.

Daher braucht man am besten spezielle medizinische Schutzmasken, die auch gegen Grippeviren schützen können.

Für den halbwegs sicheren Schutz gegen Grippeviren braucht man einen Atemschutzfilter der Klasse P3. Manchmal werden solche Masken auch als Typ FFP3 bezeichnet.

Solche Schutzmasken bekommt man nicht überall. Selbst in Apotheken muss man sie meistens bestellen, weil meist nur Notbestände für das Personal vorrätig sind.

Am besten ist es also, wenn man sich schon in ruhigen Zeiten solche Schutzmasken anschafft, denn wenn eine Pandemie erst einmal grassiert, dürfte es schwierig sein, diese guten Masken zu bekommen.

Da sich eine Pandemie eine Weile hinziehen kann, braucht man mehrere dieser Masken, sofern man viel unter Menschen sein muss. Bei regelmässigen menschlichen Kontakten braucht man etwa 40 bis 60 Masken, um immer gut geschützt zu sein. Alternativ dazu meidet man Menschenansammlungen in dieser Zeit und kommt dann mit deutlich weniger Masken aus.

Quarantäne

Wenn es zu einer Pandemie kommt, muss man mit einer Quarantäne rechnen.

Für diesen Fall ist es hilfreich, wenn man über gewisse Vorräte verfügt.

Siehe: Survival.4u.org: Vorräte

Krankenhaus und Ärzte

Wenn man vermutet, dass man selbst oder ein Familienangehöriger die Vogelgrippe oder eine Form der zukünftigen Pandemie-Grippe hat, sollte man möglichst dafür sorgen, in ein Krankenhaus zu kommen.

Bei einem starken Ausbruch einer neuen Grippe kann die Kapazität der Krankenhäuser jedoch überfordert sein und man findet dort keinen Platz mehr.

Falls man eine Pandemie-Grippe zuhause und ohne Arzt auskurieren muss, bleibt einem nur, die Symptome der Krankheit zu lindern und zu hoffen, dass man sie ohne Schaden übersteht.

Wichtig sind folgende Massnahmen:

Viel trinken!

Ab 39°C Fieber: Fieber senken, z.B. durch Wadenwickel!

Weitere Tipps zur Linderung der Symptome gibt es auf folgenden Webseiten:

Wirtschaftliche Folgen

Wissenschaftler aus Kanada haben eine Studie zu den wirtschaftlichen Folgen einer künftigen Grippe-Pandemie herausgegeben.

Nach ihren Erkenntnissen wird eine solche Pandemie die Wirtschaft vergleichbar schädigen wie die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Vor allem die Fluggesellschaften und die Gastronomie würden leiden, weil die Menschen auf Reisen verzichten und lieber zu Hause bleiben.

Versicherungsunternhmen hätten grosse Probleme und man müsste generell mit vielen Pleiten rechnen.

Möglicherweise würde es Probleme bei der Nahrungsmittelversorgung geben, wenn die Menschen, die mit der Herstellung, Transport und Verkauf der Nahrungsmittel beschäftigt sind, erkranken oder zu Hause bleiben.

Wenn die Pandemie schlimm wütet, würde, zumindest in manchen Gegenden, auch eine Quarantäne ausgerufen werden, was die Wirtschaft auch stark schädigen würde.

Die einzigen, die von solch einer Krise profitieren könnten, wären Online-Händler, aber auch nur, solange die Zustellung der Bestellungen funktionieren würde.

Roman

Über eine fiktive Pandemie mit besonders schwerer Verlaufsform gibt es einen Roman von Eva Marbach (auch Autorin dieser Seiten) zum online lesen:

Externe Links



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