Home
Info
Vorräte
Ausrüstung
Katastrophen
Romane
Monitor


Tsunamis

Tsunamis sind Flutwellen, die durch Seebeben, Vulkanausbrüche, Erdrutsche oder Meteoriteneinschläge im Meer hervorgerufen werden können.

Der Begriff "Tsunami" kommt aus dem Japanischen und bedeutet "Grosse Welle im Hafen". Er entstand, als japanische Fischer nach dem Fischen heimkehrten und die Küste völlig verwüstet vorfanden.
Laut Duden heisst es übrigens der Tsunami.

Tsunami-Wellen sind auf dem offenen Meer nämlich flach und langestreckt. Sie bäumen sich erst in Hafennähe zu hohen Flutwellen auf, wenn der Meeresboden ansteigt.

Tsunamis rasen mit bis zu 1000 Stundenkilometer vom Entstehungsort über das Meer. Wenn sie auf eine Küste treffen, werden sie langsamer und höher. Im Unterschied zu normalen, windbedingten Wellen, die sich vorwiegend an der Wasseroberfläche abspielen, findet das Geschehen bei einem Tsunami von der Wasseroberfläche bis hinunter zum Meeresboden statt. Die Wassermassen, die in Bewegung sind, sind also viel gewaltiger als bei normalen Wellen.

Normalerweise bricht eine Tsunami-Welle auch nicht, wie eine Brandungswelle, die zum Surfen geeignet ist. Der Tsunami ist also nicht, wie in manchen Katastrophen-Filmen, ein aufrechtes Monster, das am Strand über den Opfern zusammenbricht, sondern sie kommt optisch eher unspektakulär angerauscht und hebt sich einfach aufs Land. Nur bei Hindernissen bricht die Welle nach oben. Man spricht bei Tsunamis auch nicht von der Höhe des Wellenkammes, sondern von der sogenannten "Runup"-Höhe.

Ursachen für Tsunamis

Für Tsunamis gibt es verschiedene Ursachen:

  • Seebeben
  • Vulkanausbrüche in Meeresnähe
  • Unterseeische Erdrutsche
  • Meteoriteneinschläge

Seebeben

Die meisten Tsunamis werden durch Seebeben ab der Stärke 7 auf der Richter-Skala hervorgerufen. Solche Tsunamis sind meistens nicht sehr hoch, können aber im Extremfall Flutwellen bis maximal 30 m Höhe hervorrufen.

Beispiele für Tsunamis durch Seebeben:

Vulkanausbrüche in Meeresnähe

Wenn bei einem Vulkanausbruch grose Magmamengen oder gar Teile der Bergflanken ins Meer stürzen, können Tsunamis ausgelöst werden. Diese Tsunamis können die Höhe der durch Seebeben erzeugten Tsunamis überschreiten.

Beispiele für Tsunamis durch Vulkanausbrüche:

  • Ausbruch des Krakatau - 1883: 35.000 Tote
  • Ausbruch des Santorin im Mittelmeer - 16xx v. Chr.

Befürchtete Tsunamis durch Vulkanausbrüche:

  • Ausbruch des Vulkans auf der Kanareninsel La Palma mit Absturz einer Bergflanke
  • Abbruch einer Bergflanke auf Hawaii beim Kilauea

Unterseeische Erdrutsche

Umfangreiche Erdrutsche im Meer verdrängen grosse Wassermassen, was zu besonders hohen Tsunamis führen kann. Das Phänomen ist ähnlich wie bei den Erdrutschen durch Vulkanausbrüche, allerdings ohne Vulkane.

Erdrutsch durch Erdbeben

Manche Erdbeben oder Seebeben können Erdrutsche im Meer auslösen. In solchen Fällen kann es auch schon bei Beben unter der Stärke 7 zu Tsunamis kommen.

Beispiel für Tsunamis durch Erdrutsche nach Erdbeben:

  • Tsunami auf Papua-Neuginea - 1998: 2.000 Tote
  • Lituya-Bay Tsunami - 1958: 524 m hohe Flutwelle

Storegga-Rutschung

Vor etwas über 8000 Jahren gab es vor Norwegen (bei Storegga) mehrere unterseeische Bergrutsche, die Tsunamis bis nach Schottland gebracht haben. Das Methanhydrat auf dem Meeresboden des Kontinentalhangs wurde instabil und geriet ins Rutschen.

Bei starker Erwärmung der Erdatmosphäre muss man eventuell mit weiteren Erdrutschen durch instabiles Methanhydrat geben. Methanyhydrat gibt es fast in jedem Meer, vor allem an den Kontinentalhängen, wo die Kontinentalplatte in die Tiefsee übergeht, gibt es ganze Gebirge aus Methanhydrat. Wenn sich Methanhydrat erwärmt oder oder sich der Wasserdruck verringert, dehnt sich das Methan explosionsartig um das 160-fache aus, was zu plötzlichen Ereignissen führen kann.

Zur Zeit gelten die norwegischen Kontinentalhänge jedoch als stabil. Damit es an der gleichen Stelle wie damals wieder eine Rutschung gegen könnte, müsste es wohl erst eine neue Eiszeit geben, in der sich wieder neue Ablagerungen ansammeln.

Tsunami durch Meteoriten-Einschlag

Bei grossen Meteoriten-Einschlägen kann es zu Tsunamis kommen.

Die Höhe solcher Tsunamis hängt von der Grösse und Geschwindigkeit des Meteoriten ab. Sie kann jedoch höher werden als bei den anderen Ursachen für Tsunamis.

Höhe von Tsunamis

Je nach Ursache können Tsunamis unterschiedlich hoch werden. Die meisten Tsunamis sind übrigens sehr flach (nur wenige Zentimeter) und werden daher gar nicht wahrgenommen.

Seebeben ab der Stärke 7 auf der Richter-Skala können Flutwellen bis maximal 30 m Höhe hervorrufen.

Bei Vulkanausbrüchen, bei denen ein Teil des Berges ins Meer rutscht oder unterseeischen Bergrutschen kann die maximale Höhe eines Tsunamis sehr viel höher liegen (bis ca. 100 m).

Besonders hoch könnten Tsunamis bei einem grossen Meteoriten-Einschlag im Meer werden.

Je nach Küstenform wird die Kraft der Welle abgeschwächt oder verstärkt.

Eine trichterförmige Bucht oder gar ein Fjord kann einen Tsunami um einen Vielfaches seiner ursprünglichen Höhe steigern. Der höchste bekannte Tsunami fand in einer Bucht in Alaska statt und hatte eine Höhe von über 500 Metern!

Vorzeichen von Tsunamis

  • Wenn man in Küstennähe ein Beben spürt, sollte man den Strand verlassen.
  • Bevor der Tsunami die Küste überspült, zieht sich das Wasser meistens recht schnell stark zurück, sodass hunderte von Metern Meeresboden freiliegen. In so einer Situation sollte man nicht abwarten, bis das Wasser zurückkommt, sondern sofort in höhrere Gebiete flüchten.

Tsunami-Fakten

  • Auf dem offenen Meer ist ein Tsunami nur sehr flach und für Boote ungefährlich. Wenn man also mit dem Boot unterwegs ist, sollte man bei einer Tsunami-Warnung unbedingt weiter hinaus aufs Meer fahren und erst wieder zur Küste fahren, wenn die Tsunami-Gefahr vorbei ist.
  • An Land ist ein Tsunami schneller als ein Mensch rennen kann.
  • Normalerweise bricht eine Tsunami-Welle nicht (anders als Brandungswellen).
  • Ein Tsunami besteht aus mehreren Wellen, die im Abstand von 10 bis 60 Minuten auf die Küste auftreffen. Man spricht auch von einem "train", den die Wellen bilden.
  • Die erste Welle eines Tsunamis ist nicht unbedingt die stärkste der Wellen.
  • Tsunamis können Häuser komplett zerstören und tonnenschwere Felsen kilometerweit ins Landesinnere befördern.
  • Tsunamis können Flüsse "hochwandern".
  • Tsunamis können Inseln umrunden und auch die abgewandte Seite der Insel überspülen.
  • Buchten und trichterförmige Flussmündungen können die Höhe der Welle enorm steigern.
  • Ab 30 cm Wasserhöhe kann sich ein ausgewachsener Mann bei schneller Strömung nicht mehr halten.
  • Der ganze Schrott, der im Wasser mitschwimmt, ist besonders zerstörerisch.
  • Das Wasser ist nach kurzer Zeit so dreckig, dass es für offene Wunden hoch infektiös ist.
  • Das Rückströmen der Welle kann teilweise sogar zerstörerischer wirken als die eigentliche Welle.

Was tun?

  • Die wichtigste Massnahme bei Herannahen eines Tsunamis ist die Flucht - und zwar unverzüglich.
  • Je höher der Fluchtort gelegen ist, desto besser.
  • Auf dem Meer bleiben, wenn man mit dem Boot unterwegs ist.
  • Da ein Tsunami schneller ist, als ein Mensch rennen kann, kann es mitunter erfolgreicher sein, sich auf eine Palme zu retten als wegzurennen, wenn man merkt, dass man nicht schnell genug fliehen kann.

Historische Tsunamis

26.12.2004:Nach einem Erdbeben der Stärke 9 vor der Küste von Sumatra reißt eine Flutwelle über 100.000 Menschen in den Tod. Betroffen sind Indonesien, Malaysia, Thailand, Indien und Sri Lanka.
17.7.1998: An der Nordküste von Papua-Neuguinea werden 2.000 Menschen von einer Flutwelle getötet, die von einem Beben ausgelöst wurde.
12.12.1992: Auf Flores und benachbarten indonesischen Inseln werden 2500 bis 3000 Menschen und ihre Behausungen von bis zu 25 Meter hohen Wellen ins Meer gerissen. Auslöser des Tsunami war ein Seebeben der Stärke 7,5.
16.8.1976: Ein Tsunami im Morogolf kostet auf den Philippinen mehr als 5.000 Menschenleben.
28.3.1964: Am Karfreitag löst ein Erdbeben vor Alaska an der gesamten Westküste der USA eine Flutwelle aus. In Alaska kommen 107, in Oregon vier und in Kalifornien elf Menschen ums Leben.
22.5.1960: Nach einem Beben der Stärke 9,5 auf der Richter-Skala bei Chile tötet eine elf Meter hohe Welle im Pazifik in Chile 1.000 Menschen, weitere 61 kommen auf Hawaii ums Leben.
1.4.1946: Vor Alaska reißt eine Springflut infolge eines Erdbebens die fünfköpfige Besatzung eines Leuchtturms in den Tod. Stunden später erreicht die Welle Hawaii, wo 159 Menschen sterben.
31.1.1906: Die Küsten Kolumbiens und Ecuadors werden von einer verheerenden Flutwelle überschwemmt, 500 bis 1.500 Menschen kommen ums Leben.
15.6.1896: Der so genannte Sanriku-Tsunami, eine Wasserwand von 23 Metern Höhe, überrascht Japan inmitten religiöser Großfeierlichkeiten. 26.000 Menschen ertrinken.
27.8.1883: Der Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau löst auf den Nachbarinseln Java und Sumatra eine Flutkatastrophe mit 36.000 Toten aus.
20.2.1835: In Chile ereignet sich ein Erdbeben, dessen Zeuge auch Charles Darwin wird. In den Städten Concepcion und Santiago kommen mehr als 5.000 Menschen um. Unmittelbar danach zerstört der durch den Erdstoß ausgelöste Tsunami das Dorf Talcahuano.
1.11.1755: Die Westküsten von Portugal, Spanien und Marokko werden nach einem Erdbeben vor Lissabon von einer Flutwelle getroffen. In der fünf bis zehn Meter hohen Welle sollen in Lissabon, der portugisischen Hauptstadt allein 60 000 Menschen gestorben sein. Es war eines der größten Tsunami-Ereignisse in der Geschichte.
7.6.1692: Über die karibische See- und Piratenstadt Port Royal bricht zuerst ein Erdbeben und danach ein Tsunami herein. Tausende von Menschen werden in den Tod gerissen.
1650 v. Chr.: Ein Vulkanausbruch der griechischen Insel Santorin verursacht einen Tsunami, von der die Nordküste Kretas und viele andere Küsten im Mittelmeerraum überspült werden.

Siehe Auch

Links



Home - Up