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Schutz vor Überschwemmungen

Gegen Überschwemmungen kann man sich nicht immer und unter allen Umständen schützen, aber man kann eine Menge tun, um die persönliche Überschwemmungsgefahr gering zu halten.

Persönlicher Überschwemmungsschutz

Beim Hauskauf

Bevor man sich ein Haus oder Grundstück anschafft, sollte man bei den zuständigen Behörden nach früheren Überschwemmungen im Bereich des Grundstücks fragen.

Zusätzlich ist es nützlich, wenn man sich topografische Karten der Umgebung anschaut.

Flurnamen

Die Flurnamen geben häufig Auskunft darüber, ob die Grundstücke zu Überschwemmungen neigen.

Beispiele für Feuchtgebiete sind:

  • Waag
  • Matten
  • Ried
  • Loch

Geländehöhen

Ausserdem kann man genau die jeweiligen Geländehöhen erörtern und untersuchen, ob es Gewässer gibt, die beispielsweise bei Starkregen diese Höhe erreichen und zum gewünschten Grundstück fliessen können.

Die Geländehöhe ist auch in Hinblick auf steigendes Grundwasser interessant.

In Abhängigkeit von den oben gewonnenen Erkenntnissen kann man dann entscheiden, ob man sich überhaupt auf einem Grundstück niederlassen will.

Keller oder nicht?

Wenn ja, stellt sich die Frage, ob man einen Keller bauen sollte, oder ob man sein Haus lieber auf Pfosten oder einen halligartigen Hügel errichten sollte.

In tropischen Ländern stehen viele Häuser auf Pfählen und auf Nordseeinseln, aber auch im Elsass stehen Häuser traditionell auf kleienn Hügeln (Warften).

Gefahr auch von kleinen Bächen

Bei einigen Hochwassern der letzten Jahre konnte man beobachten, dass nicht nur grosse Flüsse, sondern auch kleine Bäche eine potentielle Hochwassergefahr bedeuten. Einige der schlimmsten Hochwasserschäden entstanden an Bächen, die ausser den Anwohnern niemand vorher gekannt hat.

Selbst normalerweise trockene Bergeinschnitte können bei Starkregen plötzlich Wassermassen führen.

Daher lohnt sich ein skeptischer Blick auf topografische Karten.

Schutz des Kellers

Der Keller ist meistens der erste Bereich eines Hauses, der von Hochwasser betroffen ist.

Einerseits gilt es also, den Keller vor eindringendem Wasser zu schützen.

Schwimmende Häuser bei steigendem Grundwasser

Aber andererseits muss man auch verhindern, dass steigendes Grundwasser einen gut isolierten Keller und somit das ganze Haus nach oben drückt und dadurch die Stabilität des Hauses gefährdet.

In Hochwassergegenden, wo es traditionell immer wieder Hochwasser gibt, ist es daher mancherorts üblich, Löcher im Kellerboden zu lassen, durch die steigendes Grundwasser eindringen und Überflutungswasser wieder abfliessen kann.

Der Keller steht dann im Fall einer Überschwemmung zwar unter Wasser, aber das Haus wird nicht nach oben gedrückt und beginnt daher auch nicht zu schwimmen.

Ausserdem spart man sich die mühsame Abpumperei, die bei einem gut abgedichteten Keller nötig ist, wenn dieser vollgelaufen sein sollte.

Kellerschutz vor Niederschlägen

Wenn das Wasser nicht von unten kommt, sondern von oben, beispielsweise durch besonders starke Niederschläge, macht es natürlich Sinn, denn Keller vor dem Eindringen dieses Wassers zu schützen.

Dazu eignen sich beispielsweise Sandsäcke, mit denen man Kellerfenster und Kellertüren abdichtet.

Für diesen Schutz ist es auch hilfreich, wenn die Kellerfenster nicht direkt auf Bodenhöhe oder gar darunter anfangen, sondern ein paar Dutzend Zentimeter über der Erdoberfläche. Das geht natürlich nur, wenn der Keller nicht vollständig unter der Erdoberfläche, sondern im oberen Bereich über der Erdoberfläche ist. Daraus ergeben sich Häuser, deren Erdgeschoss etwa einen Meter über der Erdoberfläche anfängt.

Vorbereitung vor dem Ernstfall

Wenn man in einer Überflutungsgegend lebt, ist es sinnvoll, wenn man die Dinge, die man im Keller aufbewahrt, so verpackt, dass sie entweder vor Wasser geschützt sind oder leicht hochgetragen werden können.

Im Fall einer Hochwasserwarnung kann man dann eilends die wichtigen Gegenstände aus dem Keller nach oben tragen.

Gefährdete Räume sollte man frühzeitig von Gerümpel befreien. Ausserdem sollte man giftige Substanzen wie Lösungsmittel, Säuren, Lacke usw. nicht in hochwassergefährdeten Räumen unterbringen.

Empfindliche Gegenstände, die einem am Herzen liegen, sollte man am besten von vorneherein auf dem Dachboden unterbringen und nicht im Keller.

Der Strom in den unteren Geschossen sollte man möglichst getrennt abschalten können.

Heizungsanlage vorbereiten

Ein sehr schwieriges Thema bei der Hochwasser-Vorbereitung ist ein Heizöltank im Keller. Denn wenn so ein Heizöltank nicht ganz voll ist, dann ensteht beim Vollaufen des Kellers ein starker Auftrieb des Tanks, der im Ernstfall den Öltank losreissen kann.

Falls der Öltank dabei undicht wird, läuft Öl aus und schädigt nicht nur das Haus, sondern kann auch das Wasser der ganzen Umgebung verseuchen, was teure Strafen nach sich ziehen kann.

Lege gegebenfalls Bohlen und Keile bereit, mit denen man den Tank im Ernstfall befestigen kann.

Sorge ausserdem dafür, dass der Tank immer möglichst voll gefüllt ist, vor allem in der Jahreszeit, in der erfahrungsgemäss am ehesten mit Hochwasser zu rechnen ist. Denn ein voller Öltank treibt nicht auf und jeder fehlende Liter verstärkt den Auftrieb.

Die Heiztechnik (Thermen, Brenner usw.) sollte am besten so montiert werden, dass Hochwasser nicht dorthin gelangen kann. Sonst sollten diese Geräte am besten bei drohendem Hochwasser vom Fachmann demontiert werden.

Flucht oder Ausharren

Bei drohendem Hochwasser ist es meistens nicht einfach, sich zu entscheiden, ob man in eine sichere Gegend flieht oder ob man das drohende Hochwasser im Haus abwartet.

Die Entscheidung hängt letztlich von vielen individuellen Faktoren ab, beispielsweise ob

  • man einen sicheren Platz zur Flucht hat
  • die Gefahr für das Haus gering oder stark ist
  • man gesund und stark oder eher hilfsbedürftig ist
  • man Vorräte und Wasser im Haus an sicherer Stelle hat
  • eine Flucht in angemessener Zeit möglich ist
  • eine Flucht einen nicht in zusätzliche Gefahr bringt (wenn sie zu spät angetreten wird oder Staus auf den Strassen vorherrschen).
Selbst wenn man sorgfältig abwägt, kann eine derartige Entscheidung im Endeffekt falsch sein, wenn sich ein Unwetter anders entwickelt als angekündigt. Dann muss man eben das Beste aus der Situation machen.

Öffentlicher Überschwemmungsschutz

Nicht nur man selbst als Bürger sollte sich vor Hochwassern schützen, sondern auch der Staat ist aufgerufen, Hochwasserschutz zu betreiben.

In Zeiten knapper Haushalte kommt der Hochwasserschutz jedoch oft zu kurz, trotz aller Versprechungen der jeweiligen Regierungen.

Ausserdem schaden manche Massnahmen, die an einer Stelle schützen (z.B. Deiche) flussabwärts anderen Orten, die dadurch mehr Wasser abbekommen.

Hochwasser-Überflutungsflächen (Polder) werden von Anwohnern flussabwärts und Ökopolitikern angestrebt, von den Nutzern der betroffenen Gebiete aber stark abgelehnt.

Öffentlicher Hochwasserschutz ist also gar nicht so einfach.

Folgende Massnahmen stehen zur Debatte:

  • Deichbau und Wartung
  • Polder einrichten
  • Rückhaltebecken
  • Staudämme für Rückhaltebecken
  • Regeln für die Bautätigkeit
  • Evakuierungspläne
  • Hochwasser-Warnungen

Hochwasser-Warnungen

Da die Meteorologie inzwischen sehr weit entwickelt ist, werden die meisten Hochwasser heutzutage vorhergesagt.

Man kann entweder im Fernsehen oder Radio den Wetterbericht verfolgen, oder im Internet jederzeit die Unwetterzentrale aufsuchen. Auch Pegelstände werden im Internet zeitnah verööfentlicht.



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