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Vulkan Chaitén, Chile

Position Chaiten in Südamerika 8.5.2008:
Von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbeachtet findet seit dem 2. Mai 2008 im südlichen Chile, nahe des Küstenstädtchens Chaitén, ein ausgesprochen heftiger Vulkanausbruch statt.

Es handelt sich um den kleinen Caldera-Vulkan namens Chaitén, der genauso heisst, wie die Kleinstadt in 10 Kilometer Entfernung.

Angesichts zahlreicher Vulkanausbrüche, die jedes Jahr stattfinden, scheint dieser Ausbruch nichts Besonderes, doch er ist besonders intensiv und die in die Atmosphäre ausgestossene Masse ist besonders gross. Das macht diesen Vulkanausbruch zu einem bemerkenswerten Ereignis.

Vermutlich ist der Ausbruch des Chaiten der stärkste Vulkanausbruch seit dem Ausbruch des Pinatubo 1991.

Somit könnte der Chaiten eventuell sogar eine geringe Auswirkung auf das Klima haben und die überhitzte Erde für ein paar Jahre um den Bruchteil eines Grades abkühlen, vor allem im Bereich der Südhalbkugel.

Lage des Chaitén

Chaiten Der Vulkan Chaitén liegt im südlichen Chile, dort wo der Kontinent schon so schmal ist, das Argentinien nicht mehr weit ist.

Der Chaitén liegt in einer Gegend, in der die Küste stark zergliedert ist, zahlreiche Inseln sind der Küste vorgelagert.

Der kleine Ort Chaitén liegt direkt an der Küste. Er hat etwa 3300 Einwohner. Der Ort lebt vom Fischfang und Touristen, die über die Fernstrasse Carretera Austral kommen.

Nicht weit von Chaitén entfernt liegt die grosse Insel Chiloé, die das Meer bei Chaitén vor dem freien Pazifik schützt.

Dadurch liegt Chaitén quasi an einer grossen Bucht, dem sogenannten Golf von Corcovado.

Chaitén und Umgebung
Danke für das Bild an die NASA.
NASA Space Station image
ISS006-E-42131, 2003

Ausschnitt und Beschriftung von mir.
Im Landesinneren wird die Bergkette der Anden von dem Vulkan Michinmahuida dominiert, der mit seinen 2404 Metern Höhe von Schnee und Eis bedeckt ist.

Zuerst dachte man, die vulkanische Asche, die am 2. Mai auf den Ort Chaitén niederging, käme von einem Ausbruch des Michinmahuidas, aber dann stellte man fest, dass er der viel kleinere Chaitén war.

Der Vulkan Chaitén ist nur 10 Kilometer vom Ort Chaitén entfernt und liegt in nordöstlicher Richtung.


Beschreibung des Vulkans Chaitén

Chaitén
Danke für das Bild an die NASA.
NASA Space Station image
ISS006-E-42131, 2003

Ausschnitt und
Beschriftung von mir.
Mit seinen 1122 Metern Höhe ist der Vulkan Chaitén nicht besonders beeindruckend.

Seine Caldera ist mit 3,5 Kilometern Durchmesser schon beeindruckender.

Die Caldera ist sogar vom Weltraum aus deutlich sichtbar.

In der Caldera erhebt sich ein vulkanischer Dom, der vor allem aus Obsidian und Rhyolith besteht.

Teilweise ist dieser Dom mit Pflanzen bewachsen, weil er schon ziemlich alt ist.

Er reicht bis 962 Meter über den Meeresspiegel.

In der Caldera gibt es auch zwei kleine Seen, im Westen und im Norden.

Die letzte grosse Eruption fand vermutlich etwa 7420 v. Chr. statt.

Der Lava-Dom hat sich jedoch wahrscheinlich erst später gebildet. Wann das war, ist bisher unbekannt. Manche Quellen sprechen von etwa 400 Jahren, die der letzte Ausbruch her sein könnte.


Chronologie des Ausbruchs von 2008

2. Mai 2008

Der Ausbruch des Chaitén fand völlig überraschend statt.

Keiner rechnete damit, dass dieser kleine Caldera-Vulkan irgendwann ausbrechen würde. Die grösseren Vulkane in der Umgebung schienen viel bedrohlicher.

Zuerst gab es ein Erdbeben der Stärke 4,1.

Asche ging auf die Küstenstadt Chaitén nieder.

Zuerst vermutete man den grossen Vulkan Michinmahuida als Quelle der Asche, doch dieser Irrtum war bald ausgeräumt.

Im Verlauf des Tages kam es im Umkreis zu 60 Erdbeben, davon mehrere mit Stärken über 4 auf der Richter-Skala. Permanent fiel Asche, die Ascheschicht stieg im Ort bis auf 15 cm an. Dadurch wurde auch das Trinkwasser unbrauchbar.

Wegen der schlechten Atemluft, dem unbrauchbaren Trinkwasser und der potentiellen Gefahr wurde ein Teil der Bevölkerung von Chaitén und den umliegenden Dörfern evakuiert.

3. Mai 2008

Ein Forschungs-Flugzeug überfliegt am Morgen den immer noch ausbrechenden Vulkan.

Es wird festgestellt, dass die Aschewolke bis zu 20 km in die Höhe gestiegen ist.

Inzwischen ist auch bekannt, dass es bei früheren Ausbrüchen des Chaitén zu pyroklastischen Strömen kam. Solche pyroklastischen Ströme könnten bei einem eruptiven Einsturz des Lavadoms entstehen.

Der Vulkan ist also potentiell sehr gefährlich.

Abgänge von Schlammlawinen, die sogenannten Lahare, werden jedoch nicht befürchtet, weil der Vulkan nicht von Schnee bedeckt ist.

Bis zum Abend werden insgesamt bis zu 4000 Menschen aus der gefährdeten Gegend evakuiert.

Viele werden mit Booten auf die vorgelagerte Insel Chiloe gebracht, weil es dort grössere Städte gibt.

4. + 5. Mai 2008

Die Eruptionen finden weiterhin statt.

Inzwischen sind noch mehr Menschen evakuiert worden, auch aus dem kleinen Ort Futaleufu, das im Bereich der Aschewolke liegt.

Die Präsidentin von Chile, Michelle Bachelet, hat die Krisenregion besucht und mit einigen der verbliebenen Bewohnern gesprochen.

6. Mai 2008

Die Eruptionen gehen unvermindert weiter.

Ein Vulkanforscher mutmasst, dass die bisherigen Eruptionen erst der Anfang eines noch deutlich grösseren Vulkanausbruchs sein könnten.

Am Dienstag, den 6. Mai explodierte der Vulkan sehr stark.

Der Umkreis von 30 km war von dieser Explosion stark betroffen.

Die verbliebenenen Bewohner, Journalisten und Ordnungshüter flohen von den starken Eruptionen.

Wer sich weigerte, die Gegend zu verlassen, wurde zur Evakuierung gezwungen.

Die Ascheschicht in Chaitén ist zu diesem Zeitpunkt etwa 30 cm hoch.

Die Aschewolke reicht inzwischen bis nach Argentinien.

Sie reicht ausserdem bis 30 km in die Höhe, was deutlich macht, wie intensiv der Ausbruch ist.

Mit der Explosion am 6. Mai ist der Ausbruch des Chaitén vermutlich der stärkste Ausbruch seit dem Pinatubo-Ausbruch 1991. Noch ist die bisherige Chaitén-Eruption jedoch noch erheblich kleiner als der Pinatubo-Ausbruch. Man schätzt, dass der Chaitén bisher einige tausend Tonnen Schwefel-Dioxid ausgespuckt hat, im Vergleich zu 20 Millionen Tonnen vom Pinatubo.

Ein Helikopter-Überflug von 10 Uhr hat ergeben, dass sich zwei Eruptions-Krater im nördlichen Bereich des Doms inzwischen zu einem grösseren Krater mit 800 Metern Durchmesser verbunden haben. Lava ist in diesem Krater sichtbar, fliesst aber noch nicht über.

Pyroklastische Ströme und deren Spuren sind bisher nicht zu sehen.

7. Mai 2008

Aschewolke des Chaitén
Danke für das Bild an die NASA
Inzwischen hat die Aschewolke Buenos Aires in Argentinien erreicht.

Einige Flüge wurden daher sicherheitshalber gestrichen.

Die Eruptionen gehen währenddessen unvermindert weiter.

Es gibt Berichte davon, dass brennendes Material ausgeschleudert wurde.

Die Evakuierungszone ist inzwischen 50 km im Umkreis um den Vulkan.

Siehe auch



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