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Szanario Krakatau-Ausbruch

Was macht man, wenn ein schwerer Vulkanausbruch passiert, bzw. wie bereitet man sich darauf vor?

Und mit welchen Folgen muss man rechnen? Nehmen wir einfach mal an, es wäre tatsächlich der Krakatau, der uns in wenigen Jahren mit einer Super-Eruption überrascht (es gibt auch potentielle Super-Vulkane in USA-Nähe, wie z.B. den Popcatepetl oder die Caldera des Yellowstone-Parks, dann wäre das Szenario zumindest für die Amis sehr viel unmittelbarer, aber lassen wir es den Krakatau sein.) Vielleicht werden wir schon am Vortag bei den längeren Nachrichtensendungen oder in Magazin-Beiträge darüber informiert, dass der Krakatau unruhig wird, dass es in der Region kleinere Erdbeben gegeben hat und dass der Berg raucht.

Spätestens wenn der erste richtige Ausbruch kommt, gibt es Sonder-Nachrichtensendungen im Radio und Fersehen. Live-Bilder werden ausgestrahlt und Experten befragt. Vielleicht kann man den stärksten Ausbruch live sehen und möglicherweise sterben die Insassen der Kamera-Hubschraubers durch die Heftigkeit der Eruption, weil sie alles bisher Bekannte übersteigt. Die Menschen in der unmittelbaren Nähe des Krakataus werden sterben wie die Fliegen. Die wenigen Entkommenen werden interviewt.

In 2000 km Entfernung zum Ausbruch werden Passanten interviewt, die einen lauten Knall bzw. rumpeln gehört haben. Die Korrespondenten im weiteren Umkreis des Vulkans werden von aufkommender Dunkelheit durch Rauch- und Aschewolken berichten. Direkt aus Indonesien hört man vielleicht gar nichts mehr, weil dort alles stirbt bzw. im Chaos versinkt. Noch sitzen die meisten Europäer und Amerikaner gebannt vor ihren Bildschirmen und futtern gemütlich ihre Chips.

Wenn man in der Grossstadt wohnt und ein gutes Fluchtziel auf dem Land hat, wäre jetzt wohl ein geeigneter Zeitpunkt sich ein letztes Mal im Supermarkt einzudecken und die Flucht anzutreten. Da die meisten Menschen vor der Glotze hocken, dürfte der Verkehr mässig sein. Stadtbewohner ohne Fluchtziel sollten wohl besser erstmal zuhause bleiben, denn in den Städten wird es in kommenden dunklen Tagen vielleicht sicherer sein, als in einem unsicheren Versteck im Wald. Im Fernsehen werden weitere Experten befragt. Darunter vielleicht auch diejenigen, die sich mit potentiellen Superausbrüchen beschäftigt haben.

Aber die Sender werden vielleicht versuchen, trotz Sensationsbegeisterung eine aufkommende Panik zu vermeiden. Darum werden wir wohl aus den Medien nicht die ganze Wahrheit erfahren. Irgendwann (wielange es dauert, muss ich noch herausfinden) wird sich der Himmel zuziehen, vielleicht wie bei einem drohenden starken Gewitter. Dunkle Wolken ziehen sich zusammen und die Welt bekommt einen schmutziggelben Schein. Im weitere Verlauf des Verdunkelns ähnelt es vielleicht ein bisschen einer Sonnenfinsternis. Vermutlich kommen starke Stürme auf, wegen der Temperatur-Unterschiede. Jetzt heisst es für alle: Rein in die Bude und drinnenbleiben.

Die Wolken werden nicht nur Rauch und Asche enthalten, sondern auch so grässliche Dinge wie Schwefelsäure, die dann als ätzender saurer Regen zu Boden fällt. Möglicherweise wird die Luft so Schadstoff-gesättigt sein, dass man ohne Atem-Schutz Schaden nimmt. Drinnen sollte man ältere Fenster und Türen möglichst gut abdichten, dafür kann man beispielsweise Plastikfolie nehmen. Manche Propheten einer dreitätigen Dunkelheit empfehlen, die Fenster auch optisch zu verrammeln, damit man nicht durchgucken kann.

Wenn man keine Rolläden oder Fensterläden hat, kann man für diesen Zweck einfach schwarze Plastikfolie nehmen, dann hat man die Abdichtung für Luft und Licht. Vemutlich wird es zu diesem Zeitpunkt noch an den meisten Stellen Europas Strom und Wasser geben, denn mir ist noch nichts aufgefallen, was bei Kohle- und Atomkraftwerken zu einem Ausfall führen könnte, wenn dunkle schwere Wolken aufziehen. Viel später gehen sie vielleicht kaputt, wenn sie nicht mehr gewartet werden. Wahrscheinlich wird es sogar noch Fernsehen geben, zumindest für Leute mit Kabelanschluss.

Über die Luft mit Antennen und Satanlagen gibt es vielleicht Empfangsstörungen durch die Tumulte in der Atmosphäre. Dennoch wird wohl allmählich Panik ausbrechen, denn wir Menschen sind es ja nicht gewöhnt, dass der Tag zur Nacht wird. Eigentlich hätten Militär und Polizei genug Zeit, um in den Städten Präsenz zu zeigen und dadurch Plünderungen weitgehend zu verhindern. Ob sie rechtzeitig die Initiative ergreifen, weiss ich natürlich nicht.

Spätestens nach den drei Tagen Finsternis, wenn die Sonne mal wieder für ein Stündchen durch die Wolken scheint, werden die Menschen wohl wieder aus ihren Wohnungen kommen und versuchen einzukaufen. Vermutlich wird Hamsterkäufe im grossen Stil geben und wahrscheinlich auch etliche Tumulte, wenn einer dem anderen begehrte Produkte wegschnappt. Nach kurzer Zeit sind die meisten Regale in den Läden gähnend leer. Auf solche Hamsterkauf-Orgien ist kein Supermarkt-Lager vorbereitet.

Nun hängt es von der Jahreszeit ab, wie schwerwiegend die nächsten Monate werden. Wenn die diesjährigen Ernten gerade frisch eingebracht wurden, gibt es theoretisch noch eine Weile genug zu essen, aber der Winter steht vor der Tür, was auch nicht einfach sein wird. Falls es Frühling ist, werden die Essensvorräte sehr viel knapper sein, aber immerhin hat man den Sommer vor sich, der zwar keine neue Ernte bringen wird, aber nicht gar so schrecklich kalt. Besonders ärgerlich ist es, wenn die meisten Felder gerade vor der Ernte stehen und durch den giftigen Regen zerstört werden.

Da kommt dann auch bald der Winter dazu. Noch problematischer wird die Essensversorgung, wenn so ein Super-Vulkanausbruch erst in 10+ Jahren passiert, denn bis dahin dürfte es nur noch wenige Bauern in Deutschland geben, weil sie dann alle Pleite gegangen sind, oder ihren Beruf wegen Frust oder Alter aufgegeben haben. Dann wäre Deutschland weitgehend auf Nahrungs-Importe angewiesen und die wird es in so einer Dunkelphase kaum geben, oder nur zu sehr teuren Preisen.

Am Anfang wird es aber wohl noch was zu essen geben, aber vermutlich wird es harte Kämpfe darum geben und die Preise werden in ungeahnte Höhen schnellen. Wohl dem, der dann einen Drei-Jahres-Vorrat im Keller hat, und in der Lage ist, sein Haus zu verteidigen. In Stadtwohnungen kriegt man soviel Essens-Vorräte leider kaum unter. Je nachdem, wie gut die Staatsmacht auf die Situation reagiert, wird es vor allem in den Städten zunehmend chaotischer zugehen.

Am Anfang wird vielleicht versucht, möglichst viel normal abzuwickeln, schliesslich arbeitet man im Winter auch wenn es dunkel ist. Aber auf Dauer wird sich die Ordnung nicht aufrecht erhalten lassen. Massenhaft Selbstmorde werden passieren, weil die Dunkelheit depressiv macht. Die Städte werden sich mehr und mehr in Slums verwandeln und Strassenkämpfe an der Tagesordnung sein. Auf dem Land ist derjenige im Vorteil, der genung Vorräte hat. Ob das bei allen noch vorhandenen Bauern der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln. Aber Bauern können im Zweifelsfall wenigstens ihr Vieh schlachten.

Im Sommer muss man mit Frost rechnen und die Pflanzen werden nicht wachsen. Im Winter wird es vermutlich gar schrecklich kalt werden und Millionen werden erfrieren, selbst wenn an vielen Orten noch geheizt werden kann. Je nachdem, wie gut oder schlecht die Regierungen die Situation im Griff haben, wird es Aufstände und Bürgerkriege geben. Seuchen werden verstärkt auftreten und spätestens nach einem Jahr werden die meisten Menschen stark unterernährt sein, was die Ausbreitung von Seuchen noch mehr fördert.

Die Anzahl der Toten hängt wohl so stark davon ab, was die Menschen aus der Situation machen, dass ich hier lieber keine Schätzung abgebe. Aber mit Sicherheit werden nach einem Jahr sehr viele Menschen gestorben sein. Noch schlimmer wird die Situation, wenn die erste Ernte erkennbar ausfällt. Dann geht es bei den verbliebenen Überlebenden einen verschärften Kampf ums Überleben. Auch wenn die Sonne nach mehr als einem Jahr wieder länger und stärker scheint, wird es nicht sofort Super-Ernten geben, sondern eher magere Ergebnisse.

Einerseits ist die Sonne noch lange nicht wieder so stark wie vorher und wahrscheinlich ist viel Know-How verloren gegangen, weil auch viele der ursprünglich verbliebenen Bauern inzwischen tot sein werden. Und wer mal angefangen hat, Gemüse anzubauen, weiss, dass es mehrere Jahre dauert, bis man wirklich weiss, was man tut. Im Verlauf der Zeit wird wohl auch immer mehr von der Infrastruktur zusammenbrechen, d.h. irgendwann gibt es kaum noch Strom, das Leitungswasser versiegt usw. Vom Gefühl her vermute ich, dass im zweiten Jahr mehr Leute sterben werden, als im ersten Jahr, denn das erste Jahr lässt sich vielleicht noch irgendwie überstehen, aber für das zweite Jahr fehlt die gutgenährte Ausgangsbasis.

Und im dritten Jahr sind vielleicht nur noch die besonders Hartnäckigen am Leben, die sich inzwischen an die Situation angepasst haben, sodass dann nicht mehr soviele sterben. Zuerst fliehen vielleicht mehr Leute vom Land in die Stadt, weil es auf dem Land kaum noch öffentliche Infrastruktur gibt. Später, wenn in der Stadt die Nahrung immer knapper wird, wird der Flüchtlingsstrom sich wahrscheinlich umkehren, weil alle hoffen, dass es auf dem Land was zu essen gibt. Aber mangels Ernte wird es dann auf dem Land auch nicht mehr viel geben.

Der weitere Verlauf hängt vorwiegend davon ab, wieviele Menschen übrig sind, denn von der Bevölkerungsdichte und -grösse hängt der Standard der Infrastruktur ab. Bei Gruppen bis 100 Leute fällt man teilweise bis auf Steinzeit-Niveau ab, ab Gruppen in Dorf-Grösse kann man mittelalterliche Strukturen aufrechterhalten und nur wenn deutlich mehr Menschen zusammenleben, kann man technische Strukturen dauerhaft unterhalten und neu bauen. Daraus folgt, dass es bei wenigen Überlebenden möglicherweise Generationen dauert, bis man wieder von nennenswerter Industrie und Technik reden kann.

Natürlich wird es schneller gehen, als früher, solange es Menschen gibt, die sich erinnern, dass es sowas wie Computer und andere Maschinen mal in funktionierender Form gibt. Viele technische Geräte werden auch irgendwie überleben und dadurch wird es vermutlich, wie jetzt auch in vielen Entwicklungländern, in grösseren Dörfern ein Telefon geben und andere Relikte aus besseren Zeiten. Und wie bereitet man sich nun darauf vor? Stadtbewohner in kleinen Wohnungen, die jetzt in der Stadt bleiben wollen oder müssen haben es meines Erachtens nach besonders schwer, denn eine Dauerversorgung ist in der Stadt besonders schwierig wegen der vielen Menschen, die versorgt werden müssen.

In diesem Fall wäre wohl das optimalste, wenn man sich ein gutes Fluchtziel auf dem Land zulegen kann. Damit meine ich nicht, mit dem Finger auf der Landkarte eine geeignete Gegend auswählen, sondern dort hinfahren und sich ein (Wochenend-)Haus mit Land anschaffen. Solche kleinen Häuser sind natürlich erheblich billiger, als richtige Wohnhäuser, vor allem wenn sie abgelegen liegen. So ein Fluchthaus müsste man dann instand halten und mit Vorräten und Ausrüstung versorgen.

Um möglichst sicherzustellen, dass man sein Fluchthaus im Ernstfall gut erreichen kann, sollte man mehrere Routen und Transportmöglichkeiten auskundschaften, denn dann kennt man auch die Nebenstrassen, falls die Hauptstrassen verstopft sind. Ohne Fluchthaus bleibt dem Stadtmenschen möglicherweise nur die Flucht ohne Ziel.

Für viele wird so eine Flucht der sichere Tod sein, nur Menschen, die vertraut mit der Natur sind, und auch flexibel genug, sich auf die Veränderungen durch Dunkelheit und Kälte einzustellen, haben reelle Chancen, das Leben ohne dauerhafte Unterkunft zu meistern. Für Ungeeübte ist vielleicht sogar der Verbleib in der Stadt besser geeignet, obwohl es dort je nach Gegend sehr sehr schlimm werden kann. Landbewohner mit Haus und Garten haben es leichter, genügend Vorräte zu lagern, weil sie im allgmeinen deutlich mehr Platz haben. Allerdings wird es auch für Landbewohner schwer, denn der Garten wird in den nächsten Jahren nichts oder wenig hergeben. Auch die Felder bringen keine Ernte. Wer also nicht genug Dauervorräte hat, kann auch auf dem Land leicht verhungern.

Und dann besteht natürlich die grosse Gefahr durch Plünderer. Da muss man sich geeignete Verteidigungs-Strategien überlegen. Wenn man genug Geld hätte und nicht in der Stadt arbeiten muss, wäre wohl ein abgelegener Hof mit Bunker, Schiessscharten und eigener Wasser- und Stromversorgung das Optimum. Auf den Feldern kann man auch dort erstmal nichts anbauen, aber wenn man zum Beispiel ein kleines Erdwärme-Kraftwerk hat, und somit genug Energie, kann man unterirdisch oder in Gewächshäusern unter Kunstlicht anbauen.

Dazu sollte man sich aber rechtzeitig schlau machen, welche Pflanzen welche Lichtverhältnisse brauchen, denn das Material für so einen Kunstlicht-Garten muss man sich vorher anschaffen. Und für die Zeit, wenn die Sonne wiederkommt, braucht man unbedingt einen Saatgut-Satz, denn selbst wenn man sowieso oder bis dahin zu einem Stück Land gekommen ist, braucht man Saatgut, um etwas anbauen zu können. Wahrscheinlich gibt es dann aber keine Saatgut-Regale und keine Supermärkte mehr. Diese Überlegungen beruhen auf der Idee eines Vulkanausbruchs von der Stärke von 535.

Wenn er noch stärker ist, kann es noch viel dramatischer zugehen und wenn er schwächer ist, sind die Folgen nicht so weitreichend.

Was mich bei der Super-Vulkan-Thematik leicht schaudern lässt, ist die Tatsache, dass der Verlauf vielen Prophezeihungen ähnelt. Vor allem das mit der mehrtätigen Dunkelheit. Die erste Prophezeihung dieser Art, die mir bekannt ist, kommt von Anna Maria Taigi (29. Mai 1769 bis 9. Juni 1837 - selig), dann gibt es noch Julie Jahenny (4. März 1891 - selig), Jakob Lorber (1800-64), den bekannten Irlmaier (1959), und viele andere mehr. Ich frag mich aber, ob die ganzen Seher die unabwendbare Zukunft gesehen haben, oder ob sie der allgegewärtigen warnenden Stimme des Ahnen-Gedächtnisses gelauscht haben, falls es sowas gibt. Denn so eine Tragödie, wie 535 prägt sich sehr tief im Bewusstsein der Menschen ein, und eine diesbezügliche Warnung ist ja sinnvoll, denn es kann immer wieder passieren.



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