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Yellowstone-Szenario - zusammenhalten

Angeregt durch meine neuen Erkenntnisse über Vulkanausbrüche, ein paar Ideen von AlexP und diverse eigene Gedanken
wollte ich die Überlebensstrategie bei einem Supervulkan-Ausbruch nochmal ganz neu und anders aufziehen.

Ich gehe von folgenden vulkanischen Gegebenheiten aus:
- Yellowstone-Ausbruch, wie gehabt.

- Dunkelheit braucht drei Wochen bis es langsam losgeht und das Tageslicht durch die Aerosole zur Dämmerung wird.
- Etwa drei Jahre lang ist es tagsüber dämmerig.
- Danach wird es allmählich wieder heller.
- Die Winter sind eher normal
- Die Sommer fallen auf der Nordhalbkugel nahezu aus. Es gibt vereinzelt Frost.
- Pflanzen sterben weitgehend ab und können auch kaum draussen angebaut werden.
- Nach etwa drei Jahren bessern sich auch die Sommer wieder, aber nur sehr langsam.
- Im Laufe von 50 Jahren wird es allmählich wieder heller und wärmer

Der grössten Unterschied zum anderen Szenario lege ich ins Mitmenschliche und in das Funktionieren des Staates.
Bisher sind wir ja immer davon ausgegangen, dass die meisten Menschen sich schlagartig
von ihrer schlechtesten Seite zeigen und durch Plündern alles noch schlimmer machen.
Und einer Regierung trauen wir in solchen Fällen gar nichts zu.
Was wohl leider in der heutigen Zeit durchaus realisitisch ist.

Wenn es aber nun eine andere Zeit wäre?
Vielleicht durchaus 2003, aber in einem Mitteleuropa, wo die Leute zusammenhalten und kooperieren.

Lassen wir die Eruption freundlicherweise im Herbst stattfinden, damit die Haupt-Ernte gerade eingeholt ist.

Durch die Medien erfahren wir von dem Ausbruch und dass die Regierung sofort mit Spezialisten zusammengetroffen sei.
In zwei Stunden würden wir genaue Infos über Schutzmassnahmen erfahren.

Im Laufe der zwei Stunden, in denen die Regierung tagt, erfahren wir von den üblichen Experten vieles über den Ausbruch und Vulkane im Allgmeinen.
Nach etwa einer Stunde kommt schon eine erste Vorabverlautbarung der Regierung, die besagt,
dass es einen fertigen Notfall-Plan für solche Situationen gebe,
die mit Vulkanologen und anderen Wissenschaftlern schon vorher ausgearbeitet worden sei.
Die Bevölkerung solle sich ganz normal verhalten.
Um Vorräte und besondere Massnahmen würde sich die Regierung kümmern und jeweils genaue Infos ausgeben.

Nach den versprochenen zwei Stunden gibt es eine grosse Pressekonferenz mit der Regierung und Spezialisten.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich innerhalb der nächsten Woche Nahrung für zusätzliche drei Tage zu kaufen, bevorzugt haltbare Sachen, die auch ohne Kühlung auskommen.
Mehr sollte und dürfte jedoch nicht gekauft werden, um Lieferengpässe zu vermeiden.
Die Ladenbesitzer würden entsprechend instruiert werden.
Um den leicht erhöhten Bedarf abdecken zu können , würde jetzt schon der Einzelhandelsverband zusammen mit den Logistikern tagen.

Am nächsten Tag erscheint in allen Tageszeitungen ein ganzseitiges Beiblatt mit Informationen und Anleitungen für die Bevölkerung.
Man kann sich diese Infos natürlich auch im Internet runterladen.

Da die Getreidepreise an der Börse sowieso hochgeschnellt sind,
lassen sich die Bauern, die Tierzucht betreiben, leicht überzeugen,

das Getreide und sonstige Tiernahrung wie Sojabohnen usw. als Menschen-Nahrung zu verkaufen.
Die Tiere werden geschlachtet und in Konserven haltbar gemacht,
bis auf einen Rest, der zum Überleben der Tierrassen nötig ist
und der mit Nahrungsmitteln wie dem letzten Heu durchgefüttert wird.

Dadurch erhöht sich die Nahrung, die für Menschen zur Verfügung steht, mindestens um das zehnfache.
Das liegt daran, dass man zur "Herstellung" von tierischer Nahrungsenergie
ein Vielfaches an Pflanzennahrungs-Energie in die Tier "reinstecken" muss.
Wenn man die Pflanzen selbst isst, hat man sehr viel mehr davon.

Die Regierung kauft selbst grosse Mengen des zusätzlich anfallenden Mais, Sojabohnen, Rüben und Fleischdosen.

Grosse Lagerhäuser werden in aller Eile umfunktioniert, um die Nahrungsmassen zu lagern.
Ein Teil wird schonmal preisgünstig an den Einzelhandel abgegeben,
der dadurch die Preise für die Produkte niedrig halten kann.
Im Gegenzug verpflichtet sich der Handel, andere Produkte nur bis zu einer bestimmten Obergrenze zu verteuern.

In den Medien wird inzwischen der Bevölkerung auf verschiedene Weise erklärt,
welche Änderungen im Speisezettel auf sie zukommen.
Denn Milchprodukte werden knapp bis hin zu nicht mehr existent.
Und auch Gemüse wird deutlich teurer werden.
Fleisch gibt es zuerst noch im Überfluss, später nur noch in Dosen

und irgendwann muss man auf vegane Lebensweise umsteigen,
wenn das ganze Dosenfleisch aufgebraucht ist.
Daher wird die Regierung ihre Vorräte auch nur nach und nach auf den Markt werfen.

Die Bevölkerung akzeptiert das, ohne laut zu murren, auch wenn sie nicht erfreut sind.
(Ich weiss, das ist sehr unrealistisch, aber dieses Szenario ist ja auch Science Fiction ;-) )

An die Universitäten und Nahrungsmittelproduzenten werden umfangreiche Forschungsaufträge vergeben,
damit möglichst einfach und preisgünstige Verfahren zur synthetischen Nahrungsmittelherstellung gefunden werden.

Aus den Niederlanden werden Spezialisten herangezogen, die sich mit Gewächshausanbau im Winter auskennen.
Und aus Spanien Experten, die mit der Überdachung von ganzen Quadratkilometern mit Plastik-Gewächshäusern Erfahrung haben.

Mit deren Hilfe sollen deutsche Bauern untersützt werden, ihre vorhandenen Gewächshäuser aufzurüsten
und Teile ihrer Freilandflächen billig in Gewächs-Häuser zu verwandeln.
Um das Ganze zu finanzieren, gibt es grosszügige Unterstüzung.

Als nach drei Wochen ein spektakulärer, unheimlich aussehender Sonnenuntergang
das Nahen der ständigen Dämmerung ankündigt, ist Vieles schon in die Wege geleitet worden
und die Bevölkerung geht ihrer normalen Arbeit nach und verhält sich ansonsten ruhig.

Die Kirchen haben Hochkonjunktur und den meisten Pfarrern gelingt es,
der Bevölkerung Zuversicht und Hoffnung mit auf den Weg zu geben.

Das allgemeine Motto lautet: "Gemeinsam werden wir es schaffen."

Um die kalten Zeiten mit möglichst wenig Energiebedarf durchzustehen,
gibt es ein zusätzliches Förderprogramm für die Isolierung der Häuser, Fenster usw.
Dadurch werden zusätzliche Arbeitskräfte auf dem Bau benötigt
und in zunehmender Dunkelheit wird mit Flutlicht auf vielen kleinen Baustellen gearbeitet.
Wer als Privatmensch dazu in der Lage ist, packt selbst mit an.

Als es dann richtig dämmrig wird, sind die Meisten schon halbwegs vorbereitet
und ertragen den fehlenden Sonnenschein möglichst tapfer.
In aller Eile werden noch fehlende Isolierungen montiert,
was sich natürlich durchaus ein paar Monate hinzieht,

bis es überall so geregelt ist, dass alle zufrieden sind.

Da der Winter sowieso vor der Tür stand, haben sich die Leute schon auf die Kälte eingestellt,
aber die Dämmerung wirkt doch beängstigend und daher werden psychologische Beratungszentren eingerichtet.
Viele Läden und Erlebnisbäder werben damit, dass sie besonders helles tageslichtähnliches Licht in ihren Räumen haben.

Landwirte, Metzger und Dosenfabrikanten sind natürlich überlastet,
aber allen ist bewusst, dass es wichtig ist und nur solange dauert,
bis alle überzähligen Tiere ordentlich geschlachtet und eingedost sind.

Für die Rest der Bevölkerung gibt es ausser der Dunkelheit vorwiegend das Problem,
dass die Milchprodukte und Gemüse sehr knapp und teuer werden.

Stattdessen wird verstärkt Milchpulver angeboten.
Und die Soja-Industrie freut sich über enorme Umsatzsteigerungen.
Um den Bedarf an Sojaprodukten zu decken und weiterhin Einnahmen zu haben,
stellen die Molkereien ihren Betrieb nach und nach auf Sojamilch um,
denn davon gibt es grosse Mengen ehemaliges Tierfutter.
Anstelle von Gemüse gibt es einen grossen Boom für Sprossen und Keimlinge.

Die Fertigstellung mehrerer neuer Kraftwerke wird beschleunigt und der Ausbau einiger vorhandener Kraftwerke ebenso.
Denn trotz Energie-Einsparungen wird durch die ganztätige Strassenbeleuchtung usw. mehr Strom als sonst verbraucht.

Im ersten Jahr der Katastrophe sind die Anbauerfolge der Bauern, trotz Gewächshäusern mit Zusatzbeleuchtung und Heizung, äusserst mickrig.

Da aber kaum Tiere mitversorgt werden müssen, reicht die Jahresernte, um etwa ein Drittel des Bedarfs des nächsten Jahres abzudecken.
Alle freuen sich, dass vom letzten warmen Sommer noch soviel ehemaliges Tierfutter übrig ist.

Die Lebensmitteltechniker machen auch Fortschritte und können nach einem Monat erste Prototypen synthetischer Nahrung vorstellen.
Innerhalb eines halben Jahres wird die Produktion verbessert und die Produkte getestet,
sodass am Ende des ersten Jahres etwa 10% des Nahrungsbedarf mit diesen preiswerten Produkten gedeckt werden können.
Die künstliche Nahrung verbessert sich im Lauf der nächsten Jahre ständig
und wird vor allem von jungen Leuten gerne gegessen,
weil diese sowieso schon von klein auf an künstliche Aromen gewöhnt sind.
Die Rate der Abdeckung des Nahrungsbedarfs steigt jedes Jahr um 10%.

Ab dem vierten Jahr gibt es wieder etwas mehr Sonnen-Licht und ausserdem haben die Lichtforscher enorme Fortschritte mit kostensparenden hellen Lampen gemacht.
Dadurch kann im vierten Jahr schon 40% des Nahrungsbedarfs durch Landwirtschaft gedeckt werden.

Nach etwa sechs Jahren kann der gesamte Nahrungsbedarf der Bevölkerung durch Gewächshaus-Landwirtschaft und Kunstnahrung abgedeckt werden.
Die Hälfte der ursprünglichen Vorräte ist sogar noch übrig.
Vor allem die verbleibenden Fleischkonserven sind aber überaus beliebt.
Und das bejahrte Getreide und Sojabohnen wird besonders günstig verkauft
und stattdessen werden Teile der neuen Produktion eingelagert,
um immer einen ausreichenden Vorrat für zusätzliche Notsituationen auf Lager zu haben.

Als die Sonne nach vielen Jahren endlich wieder öfter und länger scheint,
haben die Menschen in technischer Hinsicht grosse Fortschritte gemacht
und erleben voller Freude die Segnungen der Sonne und fangen wieder an,
mehr Nutztiere zu halten und sich mehr draussen aufzuhalten.



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