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Evas BP5 Nachbau


Seit ich von dem BP5 erfahren habe, fasziniert mich dieses Zeug. Besonders gefällt mir die Idee, dass man es einfach so essen kann, wie ein Keks und es bietet eine ausgewogene leichtverdauliche Ernährung.

Als alte Keks-Bäckerin frage ich mich da natürlich ob man sowas nicht irgendwie nachbauen kann. Ein gründlicher Besuch der BP5-Homepage hat mir jedoch schnell klargemacht, dass ich ein echtes BP5-artiges Zeug nicht so einfach hinkriege. Aber ich dachte mir, dass es sich trotzdem lohnt, zu versuchen, einem Rundum-Satt-Riegel oder Keks mit einfachen Mitteln möglichst nahe zu kommen. Die Aufgabe ist also, mit möglichst haltbaren Mitteln (also keine Eier, Butter usw.) etwas zusammenzustellen und zuzubereiten, dass der Zusammensetzung und Aufgabe von BP5 ähnelt.

Als Zutaten weiss ich von BP5, dass Weizen, Soja-Eiweiss, Zucker und Pflanzenfett verwendet werden. Der Weizen ist anscheinend geröstet, vom Soja werden nur leichtverdauliche Eiweisse verwendet und das Ganze soll nichtmal stark erhitzt werden bei der Zubereitung. Darüber hinaus ist es auch für Schwache und Kranke geeignet und macht angeblich nichtmal durstig, wenn man es pur isst. Die Grundzutaten kann ich auch verwenden, aber all die anderen raffinierten Eigenschaften krieg ich wohl nicht so einfach hin.

Auch die nötigen Vitamine werde ich wohl nicht einbauen können, aber die kann man ja auch separat als Tablette nehmen, wenn Not am Mann ist. Die Zutaten kann man aber recht einfach kombinieren und wenn man sie soweit in Verbindung bringt, dass die Mischung einen Tag lang satt macht und genug Protein und nicht zuviel Fett enthält, bekommt man eine Zutaten-Liste, die am ehesten Mürbeteig-Austecherle entspricht. Da fehlt natürlich das Ei und auch das Fett ist schmal bemessen. Zu süss soll es auch nicht sein, damit man es nicht so schnell leid ist. Ein bisschen Salz ist wichtig, weil man Salz einfach braucht und es dann auch würziger schmeckt. Natürlich muss der Keks auch möglichst haltbar sein, aber das wird die Zukunft zeigen, wenn ich meine Test-Rationen nach mehr oder weniger langer Zeit überprüfe.

Gestern hab ich noch meinen Sohn gefragt, der Koch lernt und eifrig Patisserie betreibt, ob er sich vorstellen kann, einen Mürbeteig mit Öl statt Butter oder Margarine und Sojamehl statt Eiern zu machen und er hielt es für ausgeschlossen. Ich hatte es mir jedoch in den Kopf gesetzt und heute wollt ich es unbedingt ausprobieren, weil es mir keine Ruhe mehr gelassen hat. Und hier ist nun mein Rezept für sehr schlichte, eher trockene Notfall-Kekse:

  • 1 Person
  • 1 Tag
  • 0,50 Gesamt-Preis
  • Ca. 630 gr. Kekse
  • 8.240 KJoule (~ 2.000 Kcal)
  • ca. 60 gr Protein pro Tag
  • ca. 70 gr Fett pro Tag
  • ca. 230 gr Kohlenhydrate pro Tag
AnzahlArtikelPreisSummeKJouleSumme KJProteinSumme Pr.Halt.Mon.Menge
75 grSoja-Mehl2,490,18675144901086,753727,7581000
200 grMehl0,290,0581428028561020161000
1 PäckchenBackpulver0,190,03040000246
100 grHaferflocken0,290,0297675767,514710500
100 grZucker0,890,08916800168000601000
1 PriseSalz0,190,0095000036500
50 mlPflanzen-Öl0,790,039537000185000121000
200 mlWasser0,30,060000241000

Die Haferflocken hab ich dazugenommen, damit die Kekse etwas kerniger sind und das Backpulver, damit die Kekse ein bisschen locker sind (nur ein bisschen).

  • Gib zuerst das Sojamehl in eine Schüssel und locker es etwas auf. Sieben wäre wohl noch besser.
  • Füge dann das Mehl und das Backpulver hinzu und vermische das Backpulver mit dem Mehl.
  • Dann kommen noch die Haferflocken und der Zucker zu der Mischung.
  • Vermische die trockenen Zutaten möglichst gut, damit sie später gleichmässig verteilt sind.
  • Gib dann nach und nach das Öl hinzu und verbrösel es in der Trockenmasse.
  • Da das Öl nicht reicht, um eine geschmeidige Masse zu erzeugen, habe ich mich für einen gewissen Wasseranteil entschieden. Nimm aber nur soviel, dass der Teig eine knetbare Masse ergibt. Je feuchter das Ganze, desto kürzer die Haltbarkeit (vermute ich zumindest).
  • Knete den Teig gründlich durch, bis er sich von der Schüssel löst und nicht mehr kleben bleibt.
  • Stelle ihn dann mindestens eine halbe Stunde lang bedeckt in den Kühlschrank. (Das macht man mit Mürbeteig so, damit er sich besser ausrollen lässt. Und die Notkekse sind ja am ehesten mit Mürbeteig verwandt.)
  • Bereite in der Wartezeit eine saubere bemehlte Arbeitsfläche zum Ausrollen des Teiges vor.
  • Knete den Teig nach der halben Stunde nochmal kurz durch.
  • Brich dann einen Teil davon ab und rolle ihn mit der bemehlten Kuchenrolle aus (ca. 4 mm).
  • Schneide den Teig in Vierecke oder steche hübsche Formen aus. Dem Teig ist es ziemlich egal, in welcher Form er gebacken wird. Vierecke schneiden geht am schnellsten und ist dem Ernst des Anlasses vielleicht angemessen. Ausserdem lassen sich Vierecke gut in viereckige Dosen verpacken.
  • Heize inzwischen den Backofen auf 180° Grad C
  • Lege eine Lage Backpapier auf das Backblech, damit es keine Probleme mit dem Ankleben gibt.
  • Dann kannst du die Teig-Stücke auf das Backpapier legen.
  • Sie brauchen nur etwa 1 cm Luft rundherum, da sie mangels Eier nicht sehr stark aufgehen.
  • Backe die Kekse dann ca. 20 Minuten bei 180° Grad C.
  • Hole sie nach dem Backen vom Blech und leg sie auf einen Rost, wo sie auskühlen können.
  • Bei mir ergab das Rezept zwei volle Bleche und ca. 630 gr Kekse.
  • Wenn sie kalt sind, verpack sie am besten in eine Blechdose, wenn du sie nicht gleich essen willst. Wie sie am besten halten, werde ich noch ausprobieren. Bisher weiss ich nur, dass Blechdosen traditionell für Kekse eingesetzt werden und die Grossmütter wissen meistens was sie tun.
Das Ergebnis schmeckt uns beiden recht gut, obwohl es so ein trockener Notkeks ist. Er ist nicht zu süss, wie erhofft, aber dennoch ein bisschen süss, um nicht geschmacklos zu wirken und auch das bisschen Salz wirkt sich geschmacklich segensreich aus.

Man kann es als Keks sehen oder auch als eine Art Mini-Brot und irgendwas draufschmieren. Ob man es auch in Flüssigkeit aufbröseln kann, um einen Brei zu erreichen, werd ich bei Gelegenheit mal ausprobieren. Mit Milch sollen sie besonders lecker schmecken (sagt ER). Aber Milch ist in Notzeiten wohl eher Mangelware, es sei denn man hat Milchvieh oder einen Milchbauern in der Nähe. Oder wenn man viel Milchpulver im Vorrat hat. Erstaunlicherweise sind die Kekse voll vegan, aber die Bio-Fans werden mir aufs Dach steigen, wenn sie die ungesunden Zutaten, wie Weissmehl usw. lesen. Man kann aber auch genausogut Vollkorn-Mehl und Roh-Rohrzucker nehmen oder man nimmt einfach Honig anstelle des Zuckers, dann spart man am Wasser.

Leider sind die Kekse aussen recht mehlig vom Ausrollen, was den Genuss deutlich beeinträchtigt. Beim nächsten Mal werde ich es mit Bestreichen mit Wasser, Zuckerwasser oder Öl vor dem Backen versuchen oder mit Ausrollen unter Zuhilfenahme von Spuren von Öl.



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