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BP-5 Selbstversuch


Heute kamen in meinem Globetrotter-Paket unter anderem drei Pakete der legendären Notnahrung BP-5 ins Haus.

Eine davon war sowieso zum Ausprobieren gedacht, also haben wir uns gleich, anstelle eines normalen Frühstücks, auf die Energie-Riegel gestürzt.

Die Packung ist deutlich kleiner, als erwartet. Wenn man es hochhebt, ist man jedoch vom relativ schweren Gewicht überrascht. Die 500 gr (plus 40 gr Verpackung) sind aber korrekt. Die Bezeichnung "compact" trägt dieses Futter also zurecht.
Wenn man die Schachtel aufmacht, stösst man auf ein vakuumverpacktes Päckchen aus stabilem Alu-Plastikgemisch.

Aha, denke ich da sofort: Daher die lange Haltbarkeit.

Apropos Haltbarkeit: Da wollen wir doch auch gleich mal schauen, was sie sich trauen draufzuschreiben.

10 Jahre werden versprochen: Sehr gut.

Mit guter Kühlung müsste sich das noch deutlich verlängern lassen (hoffe ich zumindest). Im Hintergrund plane ich nämlich schon manchmal den 30-Jahre-Vorrat. Dabei muss ich auch immer wieder an die beiden jungen Leute in dem Terminator-Bunker denken, und frage mich, was die wohl zu essen haben und ob das Zeug noch gut haltbar ist oder schon weitgehend vergammelt.

Feierlich wird die Verpackung geöffnet und heraus kommt eine weitere Verpackung.

Diesmal mehrere Päckchen, die durch eine Plastikhülle zusammengehalten werden.

Hier nähern wir uns langsam dem Ende der Verpackungs-Kette.

Der Plastikhülle kann man einzelne Riegel entnehmen. Insgesamt sind es neun.

Und so gross ist ein Riegel im Vergleich zum Euro.
Und hier sind wir endlich an das Innere gelangt.

Wie praktisch, es sind zwei Dick-Kekse etwa in Streichholzschachtel-Grösse. Da hat man es für den Test zu zweit gleich gerecht verteilt.

Und so schmeckt das Zeug:

Leicht süss und trocken (man muss aufpassen, dass nix zu Boden bröselt). Sehr freundlich zum ausgehungerten Magen. Überhaupt, sowas sanft freundliches hab ich kaum je in meinem Bauch gehabt. Es ist absolut nachvollziehbar, dass diese Riegel auch für Unterernährte und Kranke geeignet sind.

Wenn man durstig ist und einen trockenen Mund hat, dann kann es eventuell etwas trocken und schwierig runterzukriegen sein. Dann hilft es, dazu etwas zu trinken. Der Vielspeichler hat jedoch keinerlei Probleme. Ihm läuft schon beim Gedanken an den nächsten Bissen mehr als ausreichend Wasser im Mund zusammen.

Vom Süsse-Grad her finde ich es gerade richtig. Man kann es zwar noch eindeutig als süss definieren, aber es ist keinesfalls so süss, wie normale Kekse. Dadurch kann man es auch als Dauernahrung benutzen.

Mich hat jedoch gewundert, dass anscheinend gar kein Salz drin ist. Was es damit auf sich hat, werde ich aber bestimmt noch rausfinden.

Die Bezeichnung "Keks" passt übrigens kaum, höchstens weil man BP-5 wie einen Keks essen kann. "Riegel" trifft es besser, weil der Begriff eher neutral ist und auch eine gewisse Dicke andeutet.

Mich hat die Konsistens am ehesten an Halva aus dem Türkenladen erinnernt, aber nicht andeutungsweise so süss und gar nicht klebrig. Aber das Zusammenbruchs-Verhalten beim Draufbeissen ist ähnlich. Beim ersten Bissen kam auch noch eine undeutliche Erinnerung an eine andere orientalische Süss-Speise auf, die ich aber nicht genauer greifen kann.

Geschmacklich liegt es zwischen dänischen Butterkeksen und Semmelbröseln. Das Süsse und Salzige fehlt jedoch.

Ich bin ja sehr neugierig darauf, wie das BP-5 zusammengesetzt ist und wie es zubereitet wird, damit ich mal wieder selbst den Rührlöffel schwingen kann.

Den Herstellern muss man aber durchaus lassen, dass sie es gut hingekriegt haben.

Zubereitung als Brei

Für durstige, schwache, Kranke, besonders Junge, besonders Alte und zur Abwechslung kann man die BP5-Riegel auch als Brei zubereiten.

Dazu braucht man ein Schüsselchen und 150 ml Wasser pro Riegel.

So, hier haben wir die beiden ausgepackten Teilstücke.
Grob zerkleinert sind sie schnell.

Eine feine und gleichmässige Zerbröselung wäre jedoch mit Arbeit verbunden, daher hoffen wir auf den Aufweich-Effekt.

Und dann das Wasser draufgiessen.

Zuerst schwimmen die Brocken oben und es sieht aus, als hätte man zuviel Wasser.

Ein bisschen Rühren hilft jedoch und jetzt kann man auch gut die Brocken zerdrücken.

Dann lassen wir es erstmal kurz stehen, damit das BP-5 aufquellen kann.

Nach ca. 2 Minuten hat es schon echte Brei-Konsistenz und fällt nur langsam vom Löffel.

Mit warmem Wasser wäre es wahrscheinlich noch schneller gegangen. Aber wir wollten es absichtlich mit kaltem Wasser probieren, denn sonst braucht man ja womöglich wieder einen Kocher. Heisses Wasser sollte man jedoch nicht verwenden, damit die Vitamine erhalten bleiben.

Nochmal umgerührt und fertig ist der Brei.

Wenn man sich geschmacksmässig auf Griesbrei eingestellt hat, fehlt einem spontan die Milch und natürlich auch der Zimt. Es schmeckt ein bisschen wässrig, was nicht weiter verwunderlich ist, denn es ist ja keine Milch und kein Milchpulver drin.

Am ehesten erinnert es eigentlich an Baby-Brei für relativ grosse Babies und Kleinkinder. Und man denkt ausserdem an Semmelbrösel, denn die Zunge erspürt vermeintliche Semmelbrösel-Teilchen. Dadurch hat man auch ein bisschen was zu beissen. Nicht viel, es geht bestimmt auch einfach runterschlunzen, aber wer funktionierende Zähne hat, freut sich über den ganz leichten Biss.

Durch das Wasser schmeckt der Brei noch etwas fader, als der trockene Keks.

Nachdem man sich an Brei ohne Milch gewöhnt hat, schmeckt es eigentlich ziemlich gut und liegt sehr gut im Magen.

Wahrscheinlich eignet es sich auch hervorragend als Notnahrung für gestresste Manager.

Zusammensetzung

Auf der Verpackung steht folgendes zu den Nährwerten: Pro Packung (500 gr):

  • KJoule: 8495
  • Kcal: 2020
  • Protein: 73,5 gr.
  • Kohlenhydrate: 280,0 gr.
  • Fett: 85 gr.

Enthalten sind:

  • Gerösteter Weizen (58%)
  • Pflanzliches Fett
  • Zucker
  • Pflanzliches Eiweiss

Vom Energiegehalt her reicht es einen Tag für einen Menschen, der an volle Ernährung gewöhnt ist und sich mässig bewegt.

Jemand unterernährtes verkraftet deutlich weniger, bis der Stoffwechsel und die Verdauungsorgane wieder richtig angekurbelt sind. Wenn man nur rumhockt (abwartet oder so), dann kommt man zur Not mit der Hälfte aus.

Die Verteilung von Protein, Fett und Kohlenhydraten ist im Prinzip so wie sie Sinn macht, wenn man nicht abnehmen, sondern ordentlich satt werden will. Damit will ich ausdrücken, dass mit 85 gr. relativ viel Fett drin ist, aber es geht ja hier um Leute, die möglichst viel Nährwert wollen. Fett hilft auch besonders gut, wenn es kalt ist.

Im Netz haben wir dann noch mehr Infos zu Vitaminen usw. gefunden, denn mich hat erstaunt, dass diesbezüglich gar nichts auf der Packung steht. [http://www.compact.no/doc/COMPOSITION%20OF%20BP-5%20VERSUS%20ENERGY.pdf]

Anscheinend sind folgende Vitamine drin (in 500 gr.):

  • Vitamin A: 7835 IU
  • Vitamin D3: 860 IU
  • Vitamin E: 17,5 mg
  • Vitamin C: 200 mg
  • Vitamin B1: 2,6 mg
  • Vitamin B2: 2,6 mg
  • Vitamin B6: 4,3 mg
  • Vitamin B12: 6,5 ug
  • Niacine: 32,6 mg
  • Folsäure: 650 ug
  • Pantothensäure: 10,7 mg
  • Biotin: 312,5 ug

Das ist, soweit ich das überblicke, bei den meisten Vitaminen mindestens das Doppelte des normalen Tagesbedarfs. Man bekommt also wohl auch bei halben Portionen nicht so schnell Vitaminmangel. Und es eignet sich auch die Vitaminspeicher von halbverhungerten Leuten wieder aufzufüllen.

Mineralien (typische Werte):

  • Ca (mg): 3000.0
  • Fe (mg): 50.0
  • I (....g): 500.0
  • Zn (mg): 50.0
  • P (mg): 3000.0
  • Mg (mg): 300.0
  • Cu (mg): 1.0
  • K (mg): 1250.0
  • Na (mg): 75.0
  • NaCl (mg): 300.0

Der einzige Nachteil, denn ich bei BP-5 momentan sehe, ist dass es recht teuer ist. Im [http://Globetrotter.de]-Shop kostet es über 6 Euro.

Aber ich denke, wenn man beim Hersteller mit einer ganzen Container-Bestellung ankommt, wird es bestimmt um einiges billiger ;-)

Siehe auch: Überlebensration Selbstversuch



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