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Haltbarkeitstest 2008: Neues von der Monats-Tonne

Haltbarkeits-Test der Monatstonne Angesichts der aktuellen Krise, die sich möglicherweise noch erheblich verschärfen wird, fand ich, es sei an der Zeit, mal nach meinen Monatstonnen zu schauen.

Den Inhalt der Monatstonnen habe ich seit Jahren nicht angerührt, in der Hoffnung, dass er sich gut verpackt im kühlen Keller weit über die offizielle Haltbarkeit hinaus gut hält.

Doch: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.

Nach über fünf Jahren wollte ich doch lieber mal überprüfen, ob die Vorräte in den Monatstonnen noch geniessbar sind. Denn es wäre ja sehr unerfreulich, falls nächstes oder übernächstes Jahr die Nahrungsmittel knapp werden würden und meine ganzen Dauervorräte wären vergammelt.

Dann lieber jetzt überprüfen und bei Bedarf durch neue Vorräte ergänzen, dachte ich mir.

Ausserdem bin ich schon lange neugierig, wie sich der Inhalt der Monatstonnen so macht.

Zur Erinnerung:

Die Monatstonnen-Vorräte sind nicht als Vorräte zum rotieren gedacht, sondern als eine Art Versicherung. Soviel Mehl und Spaghetti, wie sich in den Monatstonnen befinden, verbrauche ich in der Praxis nie, weil ich normalerweise eher viel frisches Gemüse und Salat esse. Doch gerade bei Nahrungsknappheit braucht man Nahrungsmittel, die ordentlich satt machen. In einem Hobbygarten sind sie auch nur schwer anzubauen, abgesehen von Kartoffeln.

Die eingelagerten Vorräte in den Tonnen werden also im Normalfall nicht gegessen, sondern entsorgt, wenn sie eines Tages nicht mehr gut sind. Es ist sogar der gewünschte Fall, wenn diese Vorräte nie gebraucht werden.

Damit die "Versicherung" möglichst billig ist, habe ich in diese Tonnen nur sehr preiswerte Sattmacher eingepackt. Auf jeden geschmacklichen Luxus wurde verzichtet.

Es ist auch nicht so gedacht, dass man mit einer Monatstonne einen Monat lang rundum vergnüglich satt wird, auch wenn man körperlich schwer arbeitet. Soviel Essen würde nicht in eine kleine Oskartonne passen und wäre auch deutlich teurer. Der Inhalt der Monatstonne reicht aus, um einen Menschen bei wenig Bewegung einen Monat lang über Wasser zu halten, ohne dass er verhungert (ca. 1500 Kcal pro Tag). Dabei darf ruhig ein wenig innerer Bauchspeck in die Versorgung mit einfliessen. Auch ergänzende Frischgemüse aus dem Garten oder der freien Natur sind erhofft und vorgesehen.

Die Monatstonnen-Vorräte unterscheiden sich also erheblich von meinem normalen Alltagsvorrat, den ich durchrotiere, und der unserem realen Alltagsbedarf an haltbaren Nahrungsmitteln entspricht.

So, nun zum Haltbarkeitstest der ersten Monatstonne:

Die Tonne habe ich zum Auspacken in den Hof gestellt.

Dies ist eine Vorsichtsmassnahme, denn ich weiss ja nicht, ob mir nicht tausend Mehlmotten entgegenfliegen, wenn ich die Tonne öffne.

Der Inhaltszettel, den ich damals angebracht habe, erweist sich jetzt als sehr hilfreich.

Ich weiss nicht nur, was in der Tonne ist, wo ich es gekauft habe, sondern auch, wie lange es offiziell haltbar sein müsste.

Vorsichtig öffne ich den verklebten Deckel.

Die verknotete Tüte ist noch in gutem Zustand.

Es sieht noch genau so aus, wie als ich die Tonne verschlossen habe.

Ich öffne die Tüte.

Zu meiner freudigen Überraschung sieht der Inhalt auf den ersten Blick aus wie neu

Jetzt wollen wir uns den einzelnen Nahrungsmitteln widmen.

Fangen wir oben an bei den Keksen.

Die Kekse gehören zu den heiklen Nahrungsmitteln in der Monatstonne, weil sie offiziell nur eine kurze Haltbarkeit haben. Normalerweise wären sie vor etwa viereinhalb Jahren abgelaufen.

Mal sehen was aus ihnen geworden ist. Optisch sehen die Kekse noch sehr gut aus, ich kann keinerlei Verfall an ihnen feststellen. Geschmacklich sind sie auch noch prima. Vielleicht sind sie nicht mehr ganz so knusprig wie am Anfang, aber das Aroma ist noch lecker. Sie schmecken mir so gut, dass ich mich beim Naschen zurückhalten muss.

Die Spaghetti sehen auch noch sehr gut aus.

Von Schädlingsbefall keine Spur.

Demnächst werde ich wohl mal einen Kochtest machen, um sie geschmacklich zu überprüfen.

Mit den Rosinen haben wir einen weiteren heiklen Kandidaten unter den Vorräten. Bei Rosinen habe ich schon im normalen Vorrat die Erfahrung gemacht, dass sie nach einem Jahr schon sehr muffig schmecken.

Mal sehen wie es bei diesen Rosinen ist. Immerhin wurden sie kühl gelagert und waren gut verpackt.

Geschmacklich bin ich äußerst positiv überrascht. Die Rosinen sind zwar keine Delikatesse für den Feinschmecker mehr, aber man kann sie durchaus noch als lecker bezeichnen.

Die oberste Schicht der Tonne ist abgetragen.

Jetzt kommt die zweite Ebene zum Vorschein.

Kommen wir zu den roten Linsen.

Die roten Linsen sehen noch prima aus.

Das gleiche gilt auch für die gewöhnlichen Tellerlinsen und die Erbsen.

Ein Kochtest wird zeigen, ob sie auch geschmacklich noch gut sind.

Beim Salz erwarte ich geradezu dass es sich gut gehalten hat, denn Salz gilt als unbegrenzt lagerfähig.

Das Salz ist auch, wie erwartet, noch wunderbar rieselfähig. Es hat sich in der Lagerzeit noch nicht einmal verklumpt, was ja auch kein Problem gewesen wäre.

Ähnlich sieht es mit dem Zucker aus.

Auch Zucker gilt als unbegrenzt haltbar.

Teilweise ist der Zucker noch streufähig, teilweise auch etwas zusammengebacken, aber durch leichtes Drücken lässt er sich in seine streufähige Konsistenz zurück verwandeln.

Kommen wir zum Zitronenteegetränk.

Das Zitronenteegetränk gilt offiziell nicht als unbegrenzt haltbar, sondern ist schon vor gut drei Jahren abgelaufen.

Auf Anhieb fühlt er sich noch gut an, denn beim Schütteln hört man lockere Raschel-Geräusche. Der Inhalt ist also noch nicht miteinander verbacken.

Der Blick hinein zeigt einen lockeren Inhalt und der Geschmackstest ergibt einen frischen Wohlgeschmack.

Bei den Haferflocken war ich wieder relativ skeptisch, wie gut sie die lange Zeit überstehen.

Im normalen Vorrat achte ich nämlich darauf, dass die Haferflocken nicht zu alt werden, weil sie dazu neigen muffig zu werden.

Die Haferflocken aus der Tonne haben noch eine prima Konsistenz und liegen locker in der Tüte.

Geschmacklich sind Sie ein klein wenig muffig geworden, aber ich würde sie durchaus noch als essbar bezeichnen. Wenn man nicht besonders darauf achtet, fällt es beim Essen bestimmt nicht auf.

Beim Mehl hatte ich mir etwas Sorgen gemacht, ob sich im Laufe der Jahre Getreidemotten einnisten könnten. Doch dieses Mehl hat offensichtlich weder Motten noch Milben angelockt.

Die Konsistenz des Mehls ist noch völlig in Ordnung und geschmacklich ist es vielleicht ein klein wenig muffig. Aber ich stufe es als gut verwendbar ein.

Der Reis macht auch noch einen guten Eindruck. Die Körner sind locker in der Tüte und ein kurzer Geschmackstest ergibt nichts ungewöhnliches.
Als letztes kommt das Öl.

Optisch sieht es noch prima aus, keine Schlieren haben sich abgesetzt, es ist goldgelb in seiner Flasche.

Geschmacklich würde ich es als O.K. bezeichnen. Vielleicht ist es nicht mehr ganz auf der geschmacklichen Höhe, aber es ist noch keinesfalls ranzig geworden.

Summa summarum bin ich äußerst positiv überrascht von dem Zustand des Tonneninhalts.

Man kann noch alles verwenden.

In einer schlechten Zeit würde man sich über diesen Inhalt wohl sehr freuen.

Fazit

So gut, wie sich die Vorräte in der Monatstonne gehalten haben, kann man von einer langen Haltbarkeit ausgehen und langsame Erneuerungszyklen ins Auge fassen.

Daraus ergeben sich sehr günstige Kosten zur Aufrechterhaltung eines Jahresvorrats.

Das Ganze von vorn:

Zum Aufbau eines Jahresvorrats mit Monatstonnen braucht man etwa:

12 x 13,88 Euro = 166,46 Euro (Preise von 2003)

Hinzu kommen etwa 50 - 60 Euro für die Tonnen.

Diesen Vorrat kann man guten Gewissens für fünf Jahre im kühlen Keller ruhen lassen.

Dann beginnt man mit den jährlichen Tests und frischt jeweils die getestete Tonne auf.

Eine neu befüllte Tonne kostet zur Zeit bestimmt mindestens 15 Euro. Die Preise werde ich in Kürze herausfinden.

So lange die Testergebnisse gut sind, kostet die Aufrechterhaltung des Vorrats also 15 Euro im Jahr.

Irgendwann werden die Vorräte schlecht werden, bis auf Salz und Zucker.

Wann das der Fall sein wird, ist die spannende Frage. Ich tippe auf ca. 8-10 Jahre, also von jetzt ab in drei bis fünf Jahren.

Dann wird es Zeit, die bisher nicht erneuerten Vorräte auszutauschen (schätzungsweise 7 - 9 Tonnen). Salz und Zucker kann man auf Wunsch wieder einpacken, wenn sie noch einwandfrei sind.

Das kostet dann voraussichtlich zwischen 105 und 135 Euro.

Wer will, kann auch akzeptable Teile der erneuerten Vorräte essen, sodass sie nicht weggeschmissen werden müssen (spart Geld).

Nach dem grossen Austausch hat man wieder etwa fünf Jahre Ruhe.

Wenn man erst einmal weiss, nach wieviel Jahren der grosse Austausch fällig ist, kann man die Austauschrate nach und nach so einstellen, dass man jedes Jahr etwa ein bis zwei Tonnen austauscht. Das hält die jährlichen Kosten gleichmässig.

Meine Schätzung liegt bei etwa 22 Euro pro Jahr für einen regelmässigen Vorratsaustausch.

In den nächsten Jahren werde ich noch genauere Zahlen liefern können.

Ich finde, 22 Euro pro Jahr sind eine sehr preiswerte Hungersnot-Versicherung, für einen Vorrat, der eine Person für ein ganzes Jahr ernähren kann.

Wie geht es weiter?

Da der Inhalt der Tonne noch so gut erhalten ist, werde ich die anderen Tonnen wohl für ein weiteres Jahr unangetastet lassen.

Mit den Vorräten aus der geöffneten Tonne werde ich in nächster Zeit ein wenig kochen, um die Qualität einem Praxistest zu unterziehen.

Dann werde ich die gleichen Vorräte wieder neu kaufen und die Tonne frisch befüllen. Dabei werde ich auch die aktuellen Preise notieren, um einen Vergleich zu den alten Preisen zu haben.

Ausserdem plane ich eine etwas luxuriösere Tonnenvariante, die dann aber wohl naturgemäss eher eine Zwei-Wochen-Tonne wird. Diese Variante soll dann auch Gemüsebrühe, Tomatenmark und dergleichen Geschmacksgeber beinhalten. Das wird sie dann naturgemäss etwas teurer pro Tag machen. Bestimmt wird sie dennoch recht billig werden.

Von meinen weiteren Monatstonnen-Schritten werde ich berichten.

Siehe auch:

Stand: 15.9.2010



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