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Monats Tonne

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Hin und wieder bekommt man preisgünstige Oskar-Tonnen-Nachbauten, die sich für die Aufbewahrung von Vorräten eignen. Für so Sachen wie Dosen oder sperrige eckige Pappschachteln sind sie eher nicht geeignet, denn die Dosen sind sowieso recht gut geschützt und die grossen Pappkartons passen nicht gut rein.

Aber für weiche Verpackungen, wie Mehl, Zucker usw. eignen sie sich bestens.

Zufällig sind diese weichen Verpackungen auch typisch für die billigsten Grundnahrungsmittel. Was liegt also näher, als die Tonnen für Mehl, Zucker und die anderen Billig-Sachen zu nutzen.

Dann stellte sich die Frage, ob ich in eine Tonne nur Mehl, in die andere nur Zucker usw. packen oder ob ich die Inhalte mischen sollte. Aber als ich mir vorstellte, wie es wäre, wenn man nur eine Tonne retten kann und diese Tonne ausgerechnet das Salz enthält, war die Entscheidung für gemischte Tonnen schnell gefällt.

Daraus folgte dann, dass die Tonnen-Inhalte möglichst ausgewogen für die Ernährung sein sollten, also ausgewogen viel Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Salz und Vitamine usw.

Dann hab ich mit all den "weichen" Packungen rumgepackt und gleichzeitig meine Datenbank wegen der Nährstoffe befragt. Am Schluss hatte ich eine ausgewogene Mischung, die recht gut reinpasst und, oh Wunder, sie reicht gerade für einen Mann-Monat. Natürlich auf der mageren Basis, also min. 5.000 KJolue am Tag.

Und es ist sogar ein Minimum an Abwechslung dabei.

Hier die genaue Aufstellung:

  • 1 Person
  • 30 Tage
  • 13,88 Gesamt-Preis (2003) (18,53 Euro in 2008 und 18,07 in 2010)
  • 0,46 Preis pro Tag (2003)
  • 179.077 Gesamt-KJoule
  • 5.969 KJoule pro Tag (~1420 Kcal)
  • 36,9 gr Protein pro Tag
  • 38 gr Fett pro Tag
  • 230 gr Kohlenhydrate pro Tag

AnzahlArtikelPreis 2003Summe 2003KJouleSumme KJProteinSumme Pr.Halt.Mon.Menge
3Mehl0,290,87142804284010300161000
1Zucker0,890,89168001680000601000
1Reis0,890,891460014600770241000
3Spaghetti0,290,877350220501218036500
1Haferflocken0,240,2476867686136512500
1Pflanzen-Öl0,790,79370003700000121000
2Trockene Rote Linsen0,991,985985119702424020500
1Trockene Erbsen0,590,59550055002110515500
1Trockene Linsen0,750,75667066702412026500
1Salz0,190,19000036500
1Rosinen0,350,3524822482369200
1Butterkekse0,490,49457545758209250
1Zitronentee-Getränk0,990,99640064000024400
1Vitamine3,993,9950450411,4524145

Aktuelle Preise siehe: Die neue Monatstonne 2008 und Die neue Monatstonne 2010.

Zu den einzelnen Bestandteilen:

Mehl

Mehl ist von der Menge her die Basis, weil es besonders billig ist und, wenn man kochen kann, auch vielfältig. Man kann Fladen braten als Brotersatz und Suppen andicken, aber auch Kekse backen, Brot usw.

Zucker
Zucker gibt viel Energie und versüsst das harte Leben ein bisschen.

Reis
Reis darf in einem Langzeit-Vorrat nicht fehlen, jedoch sollte man wissen, dass er im Vergleich zu Mehl, Haferflocken und Spaghetti erheblich teuer pro KJoule und Gramm Protein ist (dreimal so teuer, wie Mehl). (Irgendwann mach ich da mal eine Preis-Leistungs-Hitliste.)

Ausserdem hatte ich ein kleines Problem mit den Verpackungs-Einheiten.

Im Minimal gibt es eine 1 Kilo Weichpackung für 89 Cent, die hervorragend in die Tonne passt. In den anderen Supermärkten gab es solche Packungen aber nicht, stattdessen aber eckige Pappschachteln mit 500gr für 45 Cent, was kostenmässig ja kein Unterschied ist. Aber zwei von diesen Papschachteln habe ich nicht in die Tonne bekommen. Dann habe ich umdisponiert und statt einem Kilo Reis nur 500 gr Reis und eine Packung Spaghetti mehr. Ergibt unterm Strich sogar mehr Nährwert für weniger Geld. Aber eigentlich zuwenig Reis.

Durch eine neue Einpack-Reihenfolge, hab ich dann doch zwei Pappschachtel Reis in einer Tonne untergebracht. Deshalb gibt es bei mir jetzt Tonnen mit 1 Kilo Reis und 3 Packungen Spaghetti und andere mit 500 gr Reis und 4 Packungen Spaghetti.

Spaghetti
Für mich gehören auch Spaghetti zu den Grundnahrungsmitteln, denn sie sind schnell gekocht und immer wieder gern gegessen. Und sie sind nicht viel teurer als Mehl.

Je nach Reismenge habe ich drei oder vier Packungen Spaghetti a 500 gr in die Tonnen gepackt.

Haferflocken
Haferflocken sind erstaunlich billig für ihren Nährwert. Ausserdem kann man sie auch ohne Kochen essen, was ein echter Vorteil sein kann, wenn der Brennstoff knapp ist.

Da sie nicht so lang halten, wie die anderen Sattmacher, und ausserdem recht viel Raum pro Gewicht einnehmen, habe ich nur eine Packung pro Tonne eingepackt.

Pflanzen-Öl
Fett braucht man zum Leben (wenn auch nicht zuviel) und auch zum Zubereiten der anderen Nahrungsmittel braucht man es meistens. Ausserdem gibt es für den Preis recht viel Energie.

Hülsenfrüchte
Die vielen trockenen Hülsenfrüchte sind nicht etwa in der Tonne, weil ich ein Fan dieser trockenen Hülsenfrüchte bin.

Nein, sie sind drin, weil sie abgesehen vom Getreide die billigsten Protein-Spender sind, und zusammen mit Getreide-Eiweiss ergänzen sie sich zu einer vollständigen Palette der wichtigen Aminosäuren, sodass man auch ohne Milchprodukte, Eier und Fleisch auskommt, wenn man genügend Hülsenfrüchte zum Getreide isst.

Und sie halten auch recht lange, etwa vergleichbar lange, wie die anderen Sachen in der Tonne.

Die beste Auswahl an Hülsenfrüchten hab ich im Neukauf gefunden. Im Aldi gibt es gar keine trockenen Hülsenfrüchte und in den anderen Läden nur Linsen.

Rote Linsen
Rote Linsen benutze ich sogar ab und zu im Alltag, denn sie sind schnell gekocht (10 min.) und geben eine Art nahrhaften Brei (Sosse), die dem Essen einen gewissen asiatischen Touch gibt, denn in Indien gehören sie zu den Hauptnahrungsmitteln. Leider sind sie teurer, als normale Linsen und Erbsen.

Erbsen
Schälerbsen sind dort, wo sie angeboten werden, die billigsten der Hülsenfrüchte.

Sie brauchen leider 45 min., bis sie gar sind, aber als Abwechslung freut man sich bestimmt mal über eine Erbsen-Suppe.

Linsen
Linsen werden unter der Bezeichnung "Teller-Linsen" in den meisten von mir heimgesuchten Läden angeboten. Beim Lidl sogar für 55 Cent, was bisher der Billig-Rekord ist. Zu diesem Preis sind sie Nummer 1 bei der Billig-Protein-Skala, wenn man die Getreide ausnimmt.

Sie brauchen 45 min. zum kochen oder 10 im Dampfdruck-Topf. Dann hat man im Prinzip eine Linsensuppe.

Salz
Salz ist unentbehrlich zum Leben und auch nicht so einfach zu bekommen, wenn man nicht am Meer oder in der Nähe von Salzbergwerken wohnt.

Ausserdem ist es spottbillig (19 Cent/ 500 gr) und auch zum Haltbarmachen geeignet.

Für die Tonnen nehme ich ab und zu Jodsalz, damit man genug Jod und Fluor bekommt und ab und zu Salz ohne diese Zusätze, weil das zum Haltbarmachen eher besser ist.

Rosinen
Im Vergleich zu den bisherigen Sachen in der Tonne, sind die Rosinen der reinste Luxusartikel. Aber mit 35 bis 39 Cent pro Tüte sind sie doch recht billig und sie haben immerhin 2.482 KJoule, was für 200 gr nicht schlecht ist.

Die Rosinen dienen hauptsächlich dazu, sich das Leben ein bisschen abwechslungsreicher zu machen und zu versüssen. Man kann sie beispielsweise im Müsli essen.

Butterkekse
Auch die Butterkekse gehören zu den "Luxusartikeln" einer Tonne.

Mit 49 Cent pro Packung und 4575 KJoule Nährwert haben sie dennoch ein sehr gutes Preisleistungs-Verhältnis.

Und ich kann mir vielerlei Einsatz-Zwecke für die Kekse vorstellen.

Zum Beispiel für besondere Gelegenheit, quasi als Feier-Einheit. Oder wenn man einen Tag unterwegs ist, hat man was zum einfach mitnehmen.

Oder wenn man die letzte Tonne schon strecken musste, weil der Notfall länger als die Vorräte anhält, und dann schon ganz ausgehungert die neue Tonne öffnet, dann freut man sich bestimmt sehr, dass es da etwas gibt, was man einfach so essen kann, ohne erst einen Kocher anwerfen zu müssen. (In solchen Fällen: Ganz langsam losessen, damit sich der Magen wieder dran gewöhnt!)

Zitronentee-Getränk
Solche Zitronentee-Getränke gibt es im Discounter meistens in standfesten Plastik-Dosen und in normalen Supermärkten von der Billig-Marke in einer Weichpackung (je 99 Cent auf 400 gr).

Die standfesten Dosen sind gut, wenn es um den Vorrats-Schrank geht, aber sie passen nicht in die Tonnen rein. Bleiben also die Zitronen-Tees in Weichpackungen. Die enthalten ausserdem oft Vitamin-C, was auch nicht schlecht ist.

Warum überhaupt Zitronentee-Pulver?

Der Zitronen-Tee hat ein akzeptables Preis-Nährstoff-Verhältnis (weil er süss ist). Ausserdem kann er Wasser, das immernoch blöd schmeckt, obwohl es gefiltert und keimfrei ist, vom Geschmack her etwas abmildern. Und er enthält Schwarztee-Extrakt und kann daher über den Verzicht auf Kaffee und Tee hinwegtrösten.

Vitamine und Mineralien
Ohne die Vitamine und Mineralien funktioniert die ganze obige Nahrungszusammenstellung nicht, denn ohne zusätzliche Vitamine hätte man bei dieser Ernährung schnell eine Mangelversorgung.

Die günstigsten vollständigen Multi-Vitamine mit Mineralien usw. habe ich im Aldi entdeckt. Da kostet eine Packung für 100 Tage 3,99 Euro. Woanders gibt es sowas meistens nur erheblich teurer, oder alternativ als billige Brause-Tabletten, die aber mineralienmässig nicht so gut bestückt sind.

Immerhin sind die Vitamine der teuerste Posten in der Tonne, darum gibt es auch nur in jeder zweiten Tonne Vitamine. Eine Packung reicht schliesslich dreieinhalb Monate.

Ausser den Vitaminen empfehle ich natürlich noch vitaminreichere Vorräte, am besten einen eigenen Garten oder zur Not reicht es auch Sprossen zu ziehen. Über die Sprossenzucht werde ich im Herbst mehr schreiben, wenn es wieder kühl genug für den einfachen Anbau ist.

Bezugsquellen und Preise
Da ich in einer Kleinstadt einkaufe, habe ich nur vier Supermärkte bzw. Discounter zur Auswahl:

Aldi, Lidl, Minimal und Neukauf (so heissen hier die grösseren Edekas). Meine Aussagen beziehen sich also auf diese vier Läden, weil ich in anderen gar nicht so einfach einkaufen kann. So gross dürften die Unterschiede aber im allgmeinen gar nicht sein.

Erfreulicherweise kosten viele Sachen im Lowcost-Bereich in allen Läden genau oder ungefähr gleich viel.

Fast schon Fixpreise gibt es für: Mehl (29c), Zucker (89c), Pflanzen-Öl (79c), Reis (45c), Salz (19c), Zitronentee (99c).

Spaghetti gibt es in den meisten Läden für 29c; nur im Minimal hab ich als billigste Spaghetti 40c gefunden.

Butterkekse sind auch überall billig, werden aber in unterschiedlichen Packungsgrössen angeboten. Doppelpackungen kann man auseinandernehmen, weil sie nochmal extra verpackt sind.

Rosinen variieren zwischen 35c und 39c, Haferflocken zwischen 24c und 30c.

Die grössten Unterschiede gibt es bei den Hülsenfrüchten. Darüber habe ich mich aber schon weiter oben ausgelassen.

Und dann natürlich die Vitamine, die ich bisher ausschliesslich im Aldi kaufe, bis ich was vergleichbar gutes auch woanders finde.

Mit dem Aldi ist es lustig: Er ist der einzige, der gar keine Hülsenfrüchte hat, aber auch der einzige, der die preiswerten Vitamine führt.

Ich halte es aber sowieso für sinnvoll, sich die Sachen aus verschiedenen Läden zu holen, denn falls mal eine Charge von irgendwas bei einem Anbieter schlecht ist, hat man alternativ noch Gleichartiges von anderen Anbietern.

Verpackung

Zwei wichtige Punkte gibt es bei der Verpackung:

1. Alles einzeln und dann noch gemeinsam in Plastiktüten verpacken. 2. Ein Laufzettel mit Inhaltsangabe und Haltbarkeitsdaten innerhalb der Tonne und einer ausserhalb (Computer und/oder Büchlein).

Das mit der extra Verpackerei mag übertrieben scheinen, aber wenn man an die Feuchtigkeit und die ganzen winzigen Krabbelviecher denkt, die gerne in die Vorräte wandern wollen, kann man sich mit einiger Überwindung dazu durchringen, alle Pakete nochmal extra in Plastik zu verpacken.

Eine gutsitzende tesa-verklebte Plastiktüte verhindert, dass sich die Packungen gegenseitig anstecken, falls eine schon mit Motteneiern ausgeliefert wurde. Die macht es anderen Krabbelviechern viel schwerer, bis zu den Leckerbissen vorzudringen, wenn sie es im Extremfall auch nicht ganz verhindern kann. Und sie bietet einen gewissen Schutz, falls die Tonne zuviel Feuchtigkeit ausgesetzt ist.

Die beschriebenen Tütenverpackungen sind aber nicht wasserdicht und auch nicht luftdicht.

Um das Verpacken richtig gut zu machen, bräuchte man nicht nur ein Folienschweissgerät, sondern ein leistungsstarkes Vakuumiergerät und/oder eine Einrichtung zur Verpackung unter Stickstoff (Schutzgas). Sowas ist aber was für Fortgeschrittene.

Wir machen hier "Verpacken für fleissige Einsteiger".

Ausser dem Öl und den Vitaminen wird alles extra eingetütet. Dazu benutz ich 1 und 3 Liter Tüten und Tesa.

Die Packungen werden dann in die Tüten gesteckt, die Tüte eventuell etwas schmaler geklebt und dann verpackt wie ein Geburtstags-Geschenk.

Spätestens bei der vierten Tonne fragt man sich, ob man sich das wirklich weiterhin antun will, ausser man ist begeisterter Päckchen-Packer, aber auch ich habe diesen Tiefpunkt mehrmals überwunden, weil ich sicher bin, dass man durch das Verpacken, die durchschnittliche Haltbarkeit stark erhöhen kann. Und schliesslich wär es mir ja am liebsten, wenn die Tonnen nicht ein Jahr, sondern fünf Jahre weitgehend nutzbar bleiben.

Das zentrale Einpacken in einen grossen Abfallsack, denn man vor dem Befüllen in der Tonne ausbreitet, ist gegenüber dem einzeln Einpacken das reinste Kinderspiel und kostet auch kaum Aufwand und Überwindung.

Und so hab ich die Tonnen dann gepackt:

Zuunterst die drei Mehle und den Zucker. Und in der Mitte ragt das Öl nach oben.

Die Spaghetti stecke ich bei der neuesten Pack-Methode in die entstandenen Lücken. Man kommt aber nicht überall bis ganz nach unten und sollte auch vorsichtig sein, damit der Müllsack nicht reisst.
In die zweite Schicht kommen Reis, Hülsenfrüchte, Haferflocken und Salz. Manchmal auch den Zitronentee, manchmal muss er aber auch in die dritte Etage.
Die Rosinen knuddel ich manchmal über das Öl und manchmal kommen sie nach oben.

Ansonsten kommen oben die Butterkekse und die Vitamine hin.
Dann wird der Abfallsack sehr gut entlüftet (durch vorsichtiges Draufdrücken) und dann in sich verknotet.

Den Inhaltszettel steck ich in eine Plastikhülle und dann zwischen Abfallsack und Tonne.
Am Schluss kommt der Deckel drauf, und weil diese Billig-Tonnen nicht so gut schliessen, wird der Deckel rundherum mit Paket-Klebeband mit der Tonne verklebt.

Die Tonne wird aussen eindeutig gekennzeichnet, z.B. mit Nummern. Und wenn Klebstreifen gut darauf halten (was bei meinen Tonnen nicht der Fall ist), kann man auch einen Inhaltszettel aussen anbringen (natürlich auch in Plastikhülle).

Diese Monats-Tonnen haben den Vorteil, dass man sie recht gut transportiern kann, z.B. bei Überschwemmung des Kellers. Falls man es nicht rechtzeitig schafft, geben die vielen Tüten und Verklebungen eine gewisse Chance, dass auch bei kurzzeitigen Überschwemmungen der Inhalt noch brauchbar ist. Man kann sie auch eingraben, wenn das Erdreich nicht gar so feucht ist.

Leider kann man sie nicht stapeln, sodass man ein stabiles Regal braucht, wenn man mehrere übereinanderstapeln will.

Siehe auch:

Stand: 15.9.2010



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