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Weizenfladen mit Linsensuppe

Die superbilligen Jahres-Vorräte für 75 bis 100 Euro im Jahr haben ja den Nachteil, dass man das Zeug kochen muss, um es geniessen zu können.

Und weil nicht jeder kochen kann, hab ich mal angefangen, Rezepte dafür zusammenzustellen.

Heute gibt es Weizenfladen mit Linsensuppe. Das ist eine vollständige Tagesration vom ersten Beispiel (75 Euro/Jahr). Statt der Schälerbsen habe ich Linsen genommen, denn die habe ich inzwischen noch ein bisschen billiger als die Erbsen gefunden und ausserdem ess ich sie lieber. Mit den Erbsen geht es aber im Prinzip genauso.

Von der Menge her muss man bedenken, dass hier Schmalhans Küchenmeister ist, denn das erste Beispiel bietet ja nur 5.000 KJoule (ca. 1200 Kcal) pro Manntag, also eine gewisse Mindestversorgung, aber nicht zum voll Sattwerden, wenn man Zivilisationsmengen gewöhnt ist. Doch keine Sorge: Der Körper gewöhnt sich schnell daran, mit 1200 Kcal auszukommen, wenn man sich nicht allzusehr bewegt. Davon können Diät-Halter ein Lied singen. Ich hab übrigens immer ein klein bisschen weniger genommen, als eigentlich für einen Tag vorgesehen ist. Dadurch kann man sich was für besonders hungrige Tage ansparen.

Man braucht:

Für die Fladen

  • 160 gr Mehl (~ 10 leicht gehäufte Esslöffel)
  • 2 Prisen Salz (zwei mal soviel, wie man mit den Fingerspitzen greifen kann)
  • 10 ml Öl (~ 1 Esslöffel)
  • 70 ml Wasser
  • Zum Ausrollen: 1 Esslöffel Mehl
  • Zum Braten: 4 knappe Teelöffel Öl

Für die Suppe:

  • 55 gr Linsen (~ 6 gestrichene Esslöffel)
  • Wasser
Später für die Suppe:
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 1 Esslöffel Mehl
  • Etwas Wasser
  • 1 Esslöffel Öl

Und so gehts:
Zuerst setzt man die Linsen auf, denn sie brauchen bis zu 45 Minuten zum kochen. Tu die Linsen in einen Topf und giess Wasser dazu, sodass es etwa zwei Daumen breit über den Linsen steht. (Auf dem Bild ist es weniger Wasser, aber dann muss man so oft nachgiessen.) Stell den Topf auf den Herd und stell die Platte am Anfang auf 3 (bei 3 möglichen Stufen).

Die Linsen sehen im trockenen Zustand sehr wenig aus. Sie quellen aber noch ordentlich auf beim Kochen.

Wichtig! Am Anfang darf man noch kein Salz oder andere Gewürze hinzufügen, sonst werden die Linsen nicht weich!

Sobald das Wasser kocht (das sieht man am Schäumen und Blubbern), stell die Platte auf 0,5 bis 1. Das Wasser soll nach einer Weile nur noch sanft köcheln (bisschen blubbern). Je nach Herd musst du die Einstellung entsprechend regulieren.
Während die Linsen vor sich hinkochen, fangen wir mit dem Fladenteig an. Dafür brauchst du eine Schüssel, um den Teig zu kneten.

Gib das Mehl (10 Esslöffel) und die zwei Prisen Salz in die Schüssel und vermische beides.

Dann kommt der Esslöffel Öl dazu.
Vermische das Öl mit dem Mehl, indem du es möglichst gleichmässig mit der Hand verbröselst. Am Schluss ist von dem Öl kaum noch was zu sehen.
Nun gib nach und nach das Wasser hinzu und verknete die Zutaten miteinander. Da es nur wenig Teig ist, kann man das alles mit einer Hand schaffen.

Die genaue Wassermenge hängt von der Aufnahmefähigkeit des Mehls usw. ab; sie kann also variieren.

Knete solange, bis der Teig glatt wird und sich von Hand und Schüssel löst. Das Lösen von der Schüssel hat drei enorme Vorteile: 1. Man braucht seine Zutaten vollständig auf. 2. Man muss die Schüssel später nicht so mühsam spülen. 3. Man erkennt, dass der Teig fertig ist.
Teile den Teig in vier Teile und forme Bällchen daraus.
Streue ein wenig Mehl auf eine saubere Arbeitsfläche (oder grosses Brettchen) und drücke einen der Bällchen platt.

Wenn du eine Kuchenrolle hast, kannst du den Teig mit der Kuchenrolle flach rollen, aber man kann ihn genausogut mit den Händen flachkriegen. Dazu dreht und drückt man an der Scheibe rum, bis man zufrieden ist. Dabei muss man aufpassen, dass der Teig nicht auf der Platte festklebt. (Gegen das Festkleben hilft das Mehl auf der Arbeitsfläche) Ich mach es am liebsten direkt in den Händen, die ich drückend immer wieder im Kreis um den Fladen bewege.

Am Schluss ist der Fladen ca. 5 mm hoch, bzw. so dünn, wie man ihn hingekriegt hat. Falls er ein kleines Loch hat, kann man das wieder zusammenkleben, indem man den Teig zusammendrückt.

Achtung! Währenddessen immer mal wieder einen Blick auf die Linsen werfen und gegebenenfalls etwas Wasser nachkippen.

Jetzt wird der erste Fladen gebraten. Dazu nimmt man am besten eine Pfanne mit Antihaft-Beschichtung, denn dann braucht man nicht soviel Öl.

Hier sieht man die Pfanne mit einem knappen Teelöffel voll Öl. Das ist wirklich nicht viel, aber es reicht.

Lass die Pfanne mit dem Öl auf Hitzestufe 2 bis 2,5 heiss werden.

Wenn das Öl heiss ist, schwenke die Pfanne ein bisschen, damit sich das Öl verteilt.

Und dann lege den ersten Fladen rein. Jetzt musst du gut aufpassen, dass du ihn rechtzeitig umdrehst, bevor er unten verbrennt. Also immer mal wieder mit einem Pfannenheber unten nachschauen, was sich so tut.

Sobald der Fladen unten ein paar braune Stellen hat, kannst du ihn umdrehen, damit die andere Seite gebraten wird.
Mit dem Pfannenheber kannst du ein bisschen auf dem Fladen rumdrücken, damit alle Stellen des Fladen in Kontakt mit der Pfanne kommen.

Sobald beide Seiten braune Flecken haben, ist der Fladen fertig und du kannst ihn rausholen und auf einen Teller legen. Dann kommen die anderen Fladen dran.

Wenn der erste Fladen fertig ist (sofern du schnell warst), müsste die Linsensuppe inzwischen etwa so aussehen.

Probier mit einem Löffel (Achtung heiss), ob die Linsen weich sind. Wenn sie schon weich sind, kannst du die Platte jetzt auf kleinste Stufe stellen, bis du mit den anderen Fladen auch fertig bist. Wenn sie noch nicht weich sind, lass sie einfach noch eine Weile weiterkochen und kontrolliere immer wieder, ob noch genug Wasser drin ist.

Sobald du mit allen Fladen fertig bist, kannst du dich auf das Finish der Suppe konzentrieren. Die Linsen sollten inzwischen weich sein und soviel Wasser sollte im Topf sein, dass es wie eine relativ flüssige Suppe ist.

Jetzt benutzen wir einen raffinierten Trick, um die Suppe sämiger zu machen. Wir dicken die Suppe mit Mehl an. Dazu brauchst du eine Tasse. Gib einen Esslöffel Mehl in die Tasse und giess ein ganz klein bischen kaltes Wasser dazu. Dann verrühre Mehl und Wasser mit einer Gabel. Wenn es gut verrührt ist, kannst du nach und nach mehr Wasser unterrühren, bis du eine suppige Konsistenz hast, die sich gut giessen lässt. Wenn man zuviel Wasser aufeinmal zum Mehl kippt, bleibt das Mehl klumpig, darum muss man sich da nach und nach rantasten und immer gut rühren.

Giesse die Mehl-Wasser-Mischung unter Rühren in die köchelnde Linsensuppe.

Lass die Linsensuppe nochmal aufkochen, denn dadurch bindet das Mehl und macht die Suppe sämig.

Wenn das Mehl abgebunden hat, sieht es etwa so aus.

Nimm die Suppe dann von der Herdplatte und würze sie mit ca. 1/2 TL Salz und einem Esslöffel Öl. Das Öl dient dazu, den Geschmack abzurunden.

(Den Zirkus mit dem abbindenden Mehl kann man bestimmt auch weglassen, aber dann schmeckt die Suppe mit Sicherheit nicht so lecker und wirkt "dünner".)

So, jetzt ist das Essen fertig.

Du hast 4 kleine Fladen und einen Teller Suppe.

Wenn das im Notfall deine komplette Tagesration ist, würde ich empfehlen, zur Suppe nur einen der Fladen zu essen und die anderen drei Fladen über den Tag verteilt zu essen.

Was uns beim Selbstversuch einigermassen überrascht hat, war die Tatsache, dass das Essen nicht nur geniessbar, sondern richtig lecker war. Das hätte keiner von uns bei so wenigen Gewürzen erwartet.

Normalerweise wenn ich Linsensuppe koche, dann gehören da in Wein gedünstete Schalotten und Knoblauch dazu. Ferner Gemüsebrühe, Pfeffer, Paprika, Liebstöckel und Würstchen. So mag ich sie. Dass sie auch schmeckt, wenn als Gewürz nur Salz drin ist, hat mich echt gewundert. Wahrscheinlich haben die Mehlandickung und das Öl das Ganze geschmacklich bereichert.

Und die Fladen schmecken auch gut mit Erdbeermarmelade drauf. Aber Erdbeermarmelade gehört natürlich nicht zum superbilligen Jahresvorrat.

Das mit den Fladen braucht ein bisschen Übung. Ich mach solche Fladen nur etwa einmal im Jahr, wenn ich indisch koche, darum werden sie auch bei mir schief und krumm. Nach einem Monat Notzeit kriegt ihr sie bestimmt erheblich besser hin, als auf den Bildern. Aber auch krumm schmecken sie gut.

So, ich wünsch euch viel Spass beim Nachkochen.



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